Monika Fioreschy (geboren 1947 in Auer/Südtirol) begann bereits während ihres Studiums an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, sich neben dem traditionellen Bildgrund der Leinwand auch dem Weben zuzuwenden. Sie entwickelte dabei ihre ganz eigene Art der Webkunst, die sie ab den 1990er Jahren durch ungewöhnlichen Materialeinsatz experimentell ausweitete. In den als "Transfusionsbildern" betitelten Werken begann Monika Fioreschy ab 1996, Blut statt Farbe einzusetzen.
Ganz im Sinne eines neuen Interesses an Materialien und deren naturbedingten Wandlungsprozessen wie sie in den 1990er Jahren bei zahlreichen Künstlern zu vermerken sind, entwickelte sie in der Folgezeit zahlreiche Versuchsreihen und bildnerische Experimente. Bei der Beobachtung einer Herzoperation entdeckte die Künstlerin den medizinischen Silikonschlauch für ihre eigene Arbeit und setzte diesen fortan als ungewöhnliches Webmaterial oder als Malgrund ein. In diese Schläuche injizierte Monika Fioreschy nicht nur Blut, sondern ab 1997 Chlorophyll, nach dem menschlichen somit den pflanzlichen Lebenssaft.
In dem Werkzyklus der "Sil-Ikonen" schließlich bemalt die Künstlerin Silikongewebe nur noch von außen. Hier schafft sie einerseits irritierende Bilder mit Reliefcharakter, die im Betrachter Assoziationen an organische Strukturen wachrufen, sowie andererseits Bilder, in denen die Silikonstruktur zugunsten der Farbe nahezu vollständig in den Hintergrund tritt. In den späteren Arbeiten findet die Künstlerin zu ihrem Ausgangsmaterial Wolle zurück, und verwebt diese Silikonschläuchen und gelegentlich auch mit biegsamen Neonröhren.
Die Ausstellung zeigt abschließend die aktuellsten Arbeiten Monika Fioreschys, die "Fiorungen". Dies sind verhaltene Collagen, die durch ihren Dialog zwischen Grau und ein bis zwei kräftigeren Farbtönen gehalten sind und zugleich mit ihrer formal strengen Anordnung die Spannung des Webmusters in sich aufnehmen.
Mit nahezu siebzig Werken umkreist die Ausstellung unterschiedlichste Entwicklungsstadien des ?uvres und zeigt eine Linie auf, die von den frühesten, abstrakt formulierten Temperaarbeiten über die verschiedenen Stadien des Webens, insbesondere unter Einbezug der Lebenselexiere Blut und Chlorophyll, bis hin zu den aktuellen Collagen einen konsequenten Bogen schlägt.
Monika Fioreschy hat bereits international ausgestellt, u.a. in Washington, München, Brüssel, Frankfurt/Main und Wien. Die Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz jedoch stellt erstmals umfassend ihr Gesamtwerk vor.
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