Die Ausstellung konzentriert sich auf eine 2001/02 entstandene Werkgruppe des österreichischen Zeichners und Aktionisten Emil Siemeister. Diese Suite der ganz unorthodox mit Kugelschreiber auf Nylon vorgetragenen Andrew Kennedy-Zeichnungen ist bereits in technischer Hinsicht ein sehr eigenwilliges Statement zeitgenössischen Zeichnens. Dabei wird die transparente, lichtrosa gefärbte Tunnelfolie aus Nylon zum dialektisch schaubaren, durch Faltungen sogar mehransichtigen Bildträger.
Andrew Kennedy (1825-1899) war ein sonst unbekannter schottischer Patient, dessen Zeichnungen durch den Psychiater Allan Beveridge veröffentlicht wurden – Siemeister sah sie zufällig, war jedoch sofort berührt von diesen Zeichnungen „mit exaltierter Wehmut der sonderbaren Art, oder es war die eigene schon, und A.K. kam mir als willkommenes Medium entgegen." Der Zeichner Siemeister reagiert künstlerisch auf diese Irritation der eigenen Befindlichkeit: Bildvorderseite und Rückseite erscheinen als verschiedene Zeitebenen, Faltungen und Überlagerungen schaffen Räume der Diffusion.
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