Geschönt, umgeschwindelt, verfälscht: Verstrickungen in den Nationalsozialismus werden in den Biographien der „Säulenheiligen“ der Musik in Tirol nach wie vor gerne verschwiegen. Die Ausstellung im historischen Gang thematisiert anhand ausgewählter Objekte bestimmte Wesenszüge des regionalen Musiklebens in der NS-Zeit, dessen Voraussetzungen und Nachwirkungen.
Die Präsentation ist als Rundgang konzipiert. Ausgangs- und Endpunkt ist die Gegenwart, in der man noch immer mit Nachwirkungen der NS-Musikgeschichte - mit geschönten Biographien und manipulierter Musikgeschichte - konfrontiert ist. Der Ständestaat, die österreichische Variante des Faschismus, erblüht in einer Atmosphäre von Antimodernismus, Antisemitismus und Militarismus – die zunehmende Faschisierung der Gesellschaft findet unmittelbaren Ausdruck in der Musik. Mit dem „Anschluss“ im März 1938 beginnt sofort die Umformung des Musiklebens im Sinne des Nationalsozialismus. Die Neuorganisation des Musiklebens dient in letzter Konsequenz dazu, alle musikalischen Aktivitäten der Propaganda für die Partei, das NS-Regime und den Führer dienstbar zu machen.
Nach 1945 finden sich musikalische Werke aus der NS-Zeit, die als funktionale NS-Feiermusiken komponiert wurden, weiter im Repertoire und werden vielfach neu aufgelegt, ohne dass ihr Kontext auch nur ansatzweise Erwähnung findet. Am Schluss bleibt die Frage: Wollen wir länger eine manipulierte, beschönigte Musikgeschichte weitertradieren?
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Foto: Matthias Breit