Unter dem ursprünglichen Titel „Quilts im Großformat“ hatte der Verein Quiltkunst e.V. im Sommer 2011 einen Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem keine fertigen Exponate, sondern Konzeptmappen einzureichen waren. Anhand dieser Mappen, die die künstlerische Handschrift der Bewerberinnen erkennen lassen sollten, wählte die fünfköpfige Jury 22 Künstlerinnen aus Deutschland und der Schweiz aus, die bis Ende Februar 2013 bis zu drei großformatige textile Arbeiten von mindestens 3 qm Größe vorlegen mussten.
Ausstellung in Heidelberg
Daraus entstand diese besondere Schau, die durch ihre Vielschichtigkeit und Originalität, sowohl in der Formfindung als auch bei der Wahl der verwendeten Techniken, überrascht. Nun wird diese Ausstellung nach erfolgreicher Präsentation in der Kunststation Kleinsassen vom 10.11.2013 bis 9.2.2014 in modifizierter Form auch in der Textilsammlung Max Berk zu sehen sein.
Die Vorgabe des großen Formats wurde von den Künstlerinnen in einer vielfältigen Formensprache umgesetzt – von der flächigen Gestaltung unterschiedlichster Art bis zur Skulptur und Rauminstallation. Einige Künstlerinnen arbeiten mit selbst bemalten, gefärbten Stoffen, andere benutzen Vorgefundenes, Stoffe aus dem Alltag, Textilien, die unser Leben begleiten. Eine dritte Gruppe sammelt Bilder der Medienwelt, Zeitungsausschnitte, gebrauchte Gegenstände und verbindet sie mit Stoff. Dabei lassen sich die Arbeiten vier Schwerpunkten zuordnen:
Freunde der Kunst
Zum einen findet man Themen, die Natur im weitesten Sinne beschreiben wie Landschaftsdarstellungen, Naturempfindungen, Inspiration durch die Natur und die Schönheit der Flora.
Soziale und politische Themen spannen einen weiten Bogen von den Sehnsüchten und Ängsten der Menschen, den Veränderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen bis zu gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Phänomenen wie Generationenkonflikt, Überalterung, Rolle der Frau, Ignoranz durch Reizüberflutung und dem Umgang mit Zeit.
Konzepte in Stoff. 22 textile Positionen
Darüber hinaus finden sich aber ebenso allgemein-philosophische Themen, die zu den Wurzeln der Menschheit zurückgehen und Fragen aufwerfen: Wo kommen wir her, was haben wir für Träume?
Rein gestalterische Inhalte bestimmen eine weitere Gruppe von abstrakten Quilts, die mit der Wirkung von Formen und Farben spielen.
Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Rahmenprogramm begleitet.
kmh-textilsammlung-max-berk(at)heidelberg.de


Flächige Gestaltung unterschiedlichster Art bis zur Skulptur und Rauminstallation; Bild 1: Schmidt Gisela, Foto: Simon Weber
Bild 2: Sebert Monika, Foto: Simon Weber
Bild 3: Stoll-Weber Heide, Foto: Simon Weber
Bild 4: Trommer Konstanze, Foto: Konstanze Trommer
Bild 5: Wiessler Isabella, Foto: Simon Weber