Das internationale Ausstellungsprojekt "Über die Metapher des Wachstums" ist eine Kooperation des Kunstvereins Hannover, des Frankfurter Kunstverein und des Kunsthaus Baselland.
In drei Ausstellungen werden bei jeweils unterschiedlicher Akzentuierung künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Begriff des Wachstums präsentiert, die dessen heutige Ambivalenz in wirtschaftlichen, biologischen und gesellschaftlichen Kontexten verdeutlichen.
Wachstum wird im Allgemeinen positiv bewertet und als erstrebenswerter Prozess angesehen. Als ein zunächst der Biologie zugeordneter Begriff suggeriert Wachstum etwas Naturgegebenes. Dementsprechend signalisiert „Wachstum“, dass alles „natürlich“ und damit richtig und in Ordnung zu sein scheint.
Folgt man dem Begriff des Wachstums als einer der Biologie entlehnten Metapher, so begegnet man allerdings auch einer zweiten Seite, die in der metaphorischen Verwendung meist negiert wird. Organisches Wachstum ist immer bestimmt durch eine natürliche Grenze, es kennt den Zustand des Ausgewachsenseins und ist geprägt durch den Kreislauf von Werden und Vergehen.
Stagnation, Vergänglichkeit und Erneuerung sind Teil des „Natürlichen“, finden aber in der metaphorischen Verwendung kaum Akzeptanz. So kennt beispielsweise das Wirtschaftswachstum oder die technologische Entwicklung keinen Zustand des Ausgewachsenseins, keine Grenze und keine Sättigung.
Vor allem im Zuge von Krisen wird die Frage nach den Grenzen des Wachstums offenbar. So erschütterte die jüngste Wirtschaftskrise den Glauben an permanente Wertsteigerungen oder die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, den Glauben an eine unbegrenzte Energieversorgung für den fortwährend steigenden Bedarf.
"Über die Metapher des Wachstums" wird in Form eines institutionellen Dreiecks realisiert werden:
Der Kunstverein Hannover, der Frankfurter Kunstverein und das Kunsthaus Baselland haben gemeinsam eine Auswahl von Künstlern getroffen, aus der heraus für jede der drei Institutionen eine eigene Ausstellung konzipiert wurde. Jede Ausstellung setzt verschiedene Schwerpunkte und folgt einem jeweils eigenen kuratorischen Duktus.
In einem umfangreichen Begleitprogramm werden an jedem der drei Orte verschiedene Aspekte der Wachstumsmetapher thematisiert. Die zum Projekt erscheinende Publikation führt die drei Ausstellungsteile zusammen und dokumentiert die 28 künstelerischen Positionen.
Reynold Reynolds:
„Secret Life“, 2008
2-Kanal Videoinstallation, 5 min
Kunstverein Hannover e.V.
Sophienstraße 2
30159 Hannover
Öffnungszeiten:
Di–Sa 12–19 Uhr, Sonn- und Feiertags 11–19 Uhr
Eintritt: 5 € / ermäßigt 3 € / Mitglieder frei
Freitags freier Eintritt auch für Nichtmitglieder
Tel: +49 (0)511 1699278-0
Fax: +49 (0)511 1699278-278
email: mail@kunstverein-hannover.de
Bild 1
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger The Conference, 2010
Installation
wachsende Kristalle, Bürotisch, technisches Equipment
Detailaufnahme
Courtesy Galerie Stampa, Basel
Bild 2
Michel Bazy
Fontaine de Mousse, 2007
Installation
Kunstoffcontainer, Schaum
Courtesy Galerie Art: Concept, Paris
Bild 3
Rachel Sussman
La Llareta #0308-23B26
(Up to 3,000 years old; Atacama Desert, Chile), 2008
aus: The Oldest Living Things in The World
Pigment Prints (fortlaufende Serie)
33 x 38 cm

