Gerhard Moll wird 1920 in Berlin, Prenzlauer Berg geboren. Von 1939 bis 1945 studiert er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei Prof. Böhm. Sein Freund Eugen Neufert, in dessen Kreisen er verkehrt, wird 1943 als politischer Gegner Hitlers hingerichtet. Gerhard Moll ist Pazifist und simuliert Schizophrenie, als er 1943 zur Marine eingezogen wird. Wir durch ein Wunder überlebt er den Krieg.
Unter dem Verdikt der „entarteten Kunst“, vom deutschen Expressionismus inspiriert, entstehen in den 40er Jahren Molls früheste Bilder. Nach dem Krieg entwirft er eine Werkfolge surrealer Gestalten und eine visionäre Bildwelt. Viele Künstler der Zeit haben ebenfalls die Methode des französischen Surrealismus, vor allem eines Max Ernst, aufgegriffen.
Ausstellung in Hamburg
Von 1952 bis 1955 ist er Meisterschüler bei Heinrich Ehmsen an der HfBK. Er gehört dem Künstlerkabarett „Die Badewanne“ an und dem Künstlerkreis der Galerie Rosen, wo er seine Arbeiten ausstellt. Molls Bilder sind vorwiegend traumhaft gedeutete Figuren und Landschaften. Später entstehen im Osten Berlins Wandmalereien im Öffentlichen Raum, die in der Zeit des kalten Krieges zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West führen. Zu Molls treuen Freunden zählen der Maler Wolfgang Frankenstein, die Bildhauer Waldemar Grzimek, Gustav Seitz, Fritz Cremer und Gerhard Marcks.
In der Folgezeit entstehen ungegenständliche Aquarelle mit periodischen Themenwechseln. In den 70er Jahren verdichtet sich das Bildfeld zu kristallinen Farbformationen. In den 80er Jahren malt Moll Kompositionen mit figurativ- stilllebenhaftem und kontrastreichem Nebeneinander von menschlich- psychologischen und technischen Formen. Seine Ölbilder sind stark farbig, eine Nachwirkung von Kubismus und Expressionismus. Die Aquarelle wechseln spontan zwischen geometrisch-kubistischen und organisch-amorphen Formenelementen.
Freunde der Kunst
Seit 1961 arbeitet Moll ohne Kontakte zu Galerien. Es entstehen Aquarelle mit periodischen Themenwechseln; ab 1975 entstehen Hexenbilder, ab 1980 Kompositionen mit figurativ-stilllebenhaftem und kontrastreichem Nebeneinander von menschlich-psychologischen und technischen Formen. Seine Ölbilder sind stark farbig, eine Nachwirkung von Kubismus und Expressionismus. Die Aquarelle wechseln spontan zwischen geometrisch-kubistischen und organisch-amorphen Formenelementen.
Bei dem vier Jahrzehnte umfassenden Werk von Gerhard Moll fallen die Wandlungsformen seiner Malerei – vor allem Gegensätze und Widersprüche auf. Es entwickelt sich die lyrische Abstraktion aus seiner dingverhafteten Bildwelt heraus. Fabelwesen und Figuren treten hervor und verselbstständigen sich. In seinem Spätwerk greift Moll auf die Bilderwelten der frühen Jahre zurück.
Gerhard Moll stirbt 1986 in seinem Atelier in Berlin-Friedenau, wo er bis zuletzt als freischaffender Künstler zurückgezogen lebt und arbeitet. Heute zeigte seine ehemalige Lebensgefährtin Jutta Zimmers seine Arbeiten auf Ausstellungen im In- und Ausland. Die Ausstellung „Einsame Bilder des Welttheaters “ in der Fabrik der Künste zeigt ein breites Spektrum der vielfältigen Arbeiten des Malers.


Unter dem Verdikt der „entarteten Kunst“, vom deutschen Expressionismus inspiriert, entstehen in den 40er Jahren Molls früheste Bilder; (c) Fabrik der Künste





