Der aus Gießen stammende Künstler Eduard Hopf (1901- 1973) hatte früh seine Leidenschaft für den Norden entdeckt. Die schroffe Ursprünglichkeit der nordischen Landschaft und die oft spröden Charaktere der hier lebenden Menschen faszinierten ihn zeitlebens. Begeistert von der Malerei Edvard Munchs (1863-1944) fand Eduard Hopf in den mythischen Orten der nordischen Sagenwelt, der zerklüfteten Schärenlandschaft und den eiszeitlichen Gebirgsformationen Norwegens seine Motive. Dennoch gleiten seine Bilder nie ins Spirituelle oder Ungefähre ab. Sondern seine seit den 1930er Jahren und dann wieder nach 1950 entstandenen oft grossformatigen Öl-Bilder und Aquarelle bleiben vielmehr herausragende Beispiele einer in der Hamburgischen Sezession entwickelten Stilrichtung, die mit dem Mittel der Landschaftsdarstellung existenziell erlebte Lebenserfahrungen kongenial ausdrücken kann.
Die galerie carstensen zeigt im August die Norwegen-Aquarelle von Eduard Hopf sowie einige der besonders eindrucksvollen Ölbilder des bereits 1973 verstorbenen Künstlers. Seine farbfreudigen Nachkriegs-Aquarelle aus dem frühlingshaft erblühendem Alten Land runden die interessante Ausstellung in der beim Hamburger Grossneumarkt gelegenen Galerie ab.
"In den Landschaftsdarstellungen von Eduard Hopf tritt uns eine bis heute faszinierende Modernität und ungebrochene Farbkraft entgegen, die einen gleichwertigen Gegenpol zu seinen expressionistischen, oft suggestiven Figurenbildern darstellen", so Galerist Holger Carstensen, der die Bilder der Ausstellung gemeinsam mit der Tochter des Künstlers aus dem Nachlass ausgewählt hat.
Die Ausstellung wird in Anwesenheit von Angela Hopf, der in Hamburg lebenden Tochter von Eduard Hopf, am Donnerstag, den 2. August eröffnet.
Eduard Hopf (1901-1973): Nordische Landschaft
3. - 25. August 2012
Vernissage: Donnerstag, den 2. August 2012 / 19h
galerie carstensen
Brüderstrasse 9
20355 Hamburg
Der zur Ausstellung erscheinende Katalogist ab sofort erhältlich. Eine Vorschau auf ausgewählte Bilder der Ausstellung finden Sie auf der Webseite www.galerie-carstensen.de und im Kunstportal www.art-and-go.com
Eduard Hopf (1901-1973)
Nach einer Berufsausbildung und -tätigkeit als Goldschmied ab Mitte der 1920er Jahre in Hamburg Hinwendung zur Malerei und freien Kunst. In rascher Folge entstehen hervorragende Portrait- und Aktzeichnungen. Es folgen Auslandsreisen nach Italien und Skandinavien sowie ein reger Austausch mit den Künstlern der Hamburgischen Sezession. Seit 1932 Ateliergemeinschaften mit Rolf Nesch, Karl Ballmer, Willem Grimm und anderen Sezessions-Künstlern im Ohlendorff-Haus. Weite Teile des bedeutenden Frühwerkes gehen während der Nazidiktatur, in der der erklärte Nazigegner als 'entartet' gebrandmarkt war, und in den Hamburger Bombennächten verloren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg eigenständige Weiterentwicklung des Sezessionsstils. Eduard Hopfs Spätwerk ist geprägt von seinen teils traumatischen Kriegserlebnissen. Gleichzeitig entstehen aus der Erinnerung hinreissend ausdrucksstarke nordische Landschaftsdarstellungen sowie eine feine Serie grossformatiger Aquarelle aus dem frühlingshaft erblühenden Alten Land/Lühe. Eduard Hopf wirkt in dieser Zeit u.a. als Dozent an der Landeskunstschule in Hamburg.
Werke von Eduard Hopf befinden sich in der Hamburger Kunsthalle, dem Museum für Kunst und Gewerbe/Hamburg, Schloss Gottorf sowie weiteren bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. Zudem hat Eduard Hopf seit den 1920er Jahren zahlreiche Werke an öffentlichen Gebäuden und 'Kunst am Bau' ausgeführt.
Literatur zu Eduard Hopf (Auswahl):
H.Carstensen: Eduard Hopf. Nordische Landschaft. Ausstellungskatalog, Hamburg 2012
U.Haupenthal: Eduard Hopf. Malerei und grafische Arbeiten. Husum 2010
Heise, Hurttig, Luckhardt (Hg.): Hamburger Ansichten - Maler sehen die Stadt. Köln 2009
Weidner: Die „Mappe“ des Hamburger Malers Eduard Hopf. Aachen 2006
M.Bruhns: Kunst in der Krise Hamburg 2001
Grundmann: Eduard Hopf. Das zerstörte Lübeck. Hamburg 1973
Bildlegende
1) Bunt blühende Bäume im Alten Land (Lühe) 1949
Aquarell 48 x 61 cm NVZ Nr.30/21
2) Blühende Obstbäume (Altes Land)
Aquarell 47 x 62 cm NVZ 30/4
3) Mittsommernacht über Hankö (Norwegen) 1951
Ölfarben auf Leinwand 85 x 110 cm NVZ Nr.36/7
4) Jutulhogget (Eiszeitliche Schlucht in Norwegen) 1950
Aquarell 57 x 76 cm NVZ Nr.1/3
Für die galerie carstensen ist die deutsche Nachkriegsmoderne mit ihrem Ringen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit von besonderem Interesse. Hier steht eine theoretisch-konzeptionell geprägte gegenstandsfreie Kunst der expressiven und surrealen oder klassischen Plein-Air-Malerei kritisch gegenüber. Gerade die ihren eigenen Ausdruck noch suchenden künstlerischen Grenzgänger erscheinen bis heute als die interessantesten Künstlerinnen und Künstler ihrer Zeit. Ausgehend von Hamburg präsentiert die Galerie inzwischen überregionale Positionen und fördert auch junge künstlerische Sichtweisen. Künstler der Galerie sind u.a. Wolf Bertram Becker, Bernd Berner (1930-2002), Andreas Bock, Walter Eisler, Arnold Fiedler (1900-1985), Heinz Glüsing, Horst Hussel, Eduard Hopf (1901-1973), Heinz Rolefs, Albert Wigand (1890-1978), Hans Wrage u.a. Für ihren Bestand erwirbt die galerie carstensen ständig qualitativ gute Gemälde, Aquarelle, Original-Künstlergrafik und Zeichnungen von deutschen Künstlern und übernimmt auch komplette Sammlungen oder private und Künstlernachlässe.
Pressekontakt:
Holger Carstensen (Inhaber)
galerie carstensen
Brüderstrasse 9
20355 Hamburg
Tel.: 040 - 796 96 755
www.galerie-carstensen.de / info@galerie-carstensen.de


(c) Eduard Hopf


