In Kooperation mit dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe zeigen die Deichtorhallen Hamburg vom 30. September bis 27. November 2011 in der Sammlung Falckenberg (Phoenix-Hallen, Hamburg-Harburg) die interdisziplinäre Ausstellung ATLAS. How to Carry the World on One's Back?
Die mythologische Figur des Atlas, der den Göttern des Olymps ihre Macht streitig machte und zur Strafe das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der damals bekannten Welt auf seinen Schultern tragen musste, ist die Personifizierung des Atlasgebirges und gilt als Ahnherr der Astronomen und Geographen.
Zugleich steht der Begriff "Atlas“ für die Visualisierung von Wissen, sei es in Form einer Sammlung geographischer Pläne oder als Bildarchiv, welches auf systematische oder assoziative Weise eine Fülle von Themen und Zusammenhängen veranschaulichen will.
In der Bildenden Kunst schließlich dient die Sammlung von thematischen oder formalen Bildvorlagen als Inspirationsquelle, und die Bild-Montage ist ein zentrales künstlerisches Mittel, um die Vielfalt und Komplexität der Welt und den Ablauf der Geschichte nachzuvollziehen, darzustellen und zu untersuchen.
Ausgehend vom Bilderatlas »Mnemosyne« von Aby Warburg (1866–1929), spannt die von dem französischen Philosophen und Kunsthistoriker Georges Didi-Huberman kuratierte Ausstellung „Atlas. How to Carry the World on One’s Back?“den Bogen quer durch das 20. bis ins 21. Jahrhundert und untersucht künstlerische Strategien und Praktiken, die sich auf den großen Hamburger Kunsttheoretiker und Bildwissenschaftler avant la lettre, Aby Warburg, zurückführen lassen
Dabei stehen nicht das vollendete Werk, sondern die künstlerischen Arbeitsweisen und Darstellungsformen im Vordergrund der Ausstellung, die kreative Prozesse offen legen will.
Neben einer Reihe von Bildertafeln aus dem Mnemosyne-Atlas von Aby Warburg werden Zeichnungen, Gemälde, Fotografien, Filme und Künstlerbücher u.a. von Francisco de Goya, El Lissitzky, Man Ray, August Sander, Brassaï, Josef Albers, Paul Klee, Moholy-Nagy, Karl Blossfeldt, Erwin Blumenfeld, Guy Debord, Sol Lewitt, Mel Bochner, Robert Filliou, George Brecht, Marcel Broodthaers, Meyer Schapiro, Christian Boltanski, Hans Haacke, Alighiero Boetti, Gerhard Richter, Bernd und Hilla Becher, Hans-Peter Feldmann, Fischli und Weiss, Roni Horn, Susan Hiller, Matt Mullican und Harun Farocki zu sehen sein.
In der Sammlung Falckenberg wird die aus dem spanischen Nationalmuseum Centro de Arte Reina Sofía, Madrid und dem ZKM in Karlsruhe übernommene Ausstellung außerdem u.a. durch Arbeiten von Hanne Darboven, Vito Acconci, Walker Evans, Joseph Beuys, Arthur Koepcke, Öyvind Fahlström, Bernhard Johannes Blume, John Baldessari, Victor Burgin und Thomas Ruff ergänzt.
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