In der Arbeit, die Gerhard Merz für die Kunsthalle Gießen entworfen hat, greift er den Text von Johann Wolfgang von Goethe „Über den Granit“ auf. Die Arbeiz lässt sich so auch als ein kongenialer Beitrag zu den künstlerischen Ausstellungstätigkeiten Gießens und Wetzlars lesen, die in diesem Jahr in einem Gemeinschaftsprojekt das 200-jährige Jubiläum von Goethes Farbenlehre thematisieren. In dem von Merz verwendeten Textauszug drücken sich Goethes naturwissenschaftliche Beobachtungen und Reflexionen über das Material Granit und dessen zeiten- übergreifende Ausstrahlung aus.
Gerhard Merz` Raumarbeit für die Kunsthalle Gießen orientiert sich vollständig an den Gegebenheiten und Maßen des Raumes: die 5 m hohen Wände erhalten bis zur halben Höhe neutrale Wandanstriche im RAL Ton granitgrau. In der oberen strahlend weiß gestrichenen Hälfte der Wände sind jeweils in der Längsrichtung der Kunsthalle –wiederum mittig platziert - Lichtbahnen aus jeweils 617 Neon-Tageslichtröhren angebracht.
Dieses sehr helle, krasse Licht in Verbindung mit den, den Raumeindruck verändernden großformatigen Anstrichen und dem Eindruck einer überwältigenden Leere und Klarheit, formuliert den Innenraum der Kunsthalle neu und konfrontiert den Betrachter - im Zusammenwirken mit dem Text Goethes - mit einem Bezugsfeld, das seine sinnliche Wahrnehmung und seine Reflexionsfähigkeit zugleich fordert.
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2 Ziegelbau Hannover, 1990
Foto: Philipp Schönborn
3 Biennale Venedig, 1997
Foto: Philipp Schönborn
4 Hannover Pavillon, 2000
Foto: Philipp Schönborn
5 Kunstverein Hannover, 1990
Foto: Philipp Schönborn

