Tschernobyl ist heute, 25 Jahre nach dem Reaktorunfall, Synonym für Zerstörung. Weite Gebiete wurden unbewohnbar, soviel ist allgemein bekannt. Aber wie sah die „Zone“ einst aus und wessen Heimat war sie? Die Ethnologische Sammlung stellt erstmals in Deutschland die reiche Kultur der Region Polissia vor, in deren Herzen die Stadt Tschernobyl liegt. Hier lebten einst unterschiedliche Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften friedlich zusammen. Alltagsgegenstände und rituelle Objekte, Zeichnungen aus der Zeit Napoleons, historische und neuere Fotografien, die bei Expeditionen vor und nach dem Gau entstanden, bieten intensive Einblicke in die Geschichte von Land und Leuten.
Interviews mit Betroffenen und Filme ergänzen die Präsentation. Für Erwachsene, Familien, Schulen und Kindergärten steht ein umfangreiches Vermittlungsprogramm zur Verfügung. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Museum für Ethnographie und Kunsthandwerk am Institut für Ethnologie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Freiburgs Partnerstadt Lemberg/Lviv, dem Studienzentrum für Geschichte und Kultur der osteuropäischen Juden, Kiew, und dem Institut für Handschriften an der Nationalen Vernadsky-Bibliothek der Ukraine, Kiew.
Bild 1: Frau aus der Polissja, 1994-1999 Foto: Städtische Museen Freiburg / Museum für Ethnographie und Kunsthandwerk, Lviv
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