Als Thomas Draschan im Jahr 1998 sein Studium als Meisterschüler der Filmklasse Peter Kubelkas an der Frankfurter Städelschule abschloss wardie Welt noch in Ordnung. An archaisch anmutenden Schneidetischenwurde das Zelluloid mit blossen Händen bearbeitet: Kader für Kaderwurden die Filmstreifen durchdrungen und zur künstlerischen Verdichtungneu zusammengefügt. Rückblickend ist es kaum fassbar mit welch atemberaubender Geschwindigkeit sich die Informartions- und Kommunikationstechnikin den letzten fünfzehn Jahren revolutioniert hat.
Die Filmschöpfungen „Metropolen des Leichtsinns“ und „Yes ? Oui ?Ja ?“ die er gemeinsam mit dem Maler und Filmmacher Max Franz inden Jahren 1999 bis 2001 herstellte, resultierten aus exzessiver Materialausbeutung gefundenen Filmmaterials (sogenanntem „found footage“). Denn mit dem Aufkommen des Internetzeitalters wurden plötzlich auchalle erdenklichen historischen Filmstreifen in Internetauktionen angeboten, als kiloschwere Filmkoien auf Celluloid, und dies war ein gefundenes und lustvolles Fressen und Verdauen für die beiden Kollegen. Alte Wissenschaftsfilme, Dokumentationen, Werbe- und Familienfilme etc.wurden zerfleischt und kombiniert.
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Thomas Draschan (c), Zirkus, 2012, L.A. Galerie Lothar Albrecht