Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Installationen, Skulpturen, Fotografien

Ausstellung in Frankfurt: Felix Gonzalez-Torres. Specific Objects without Specific Form. bis zum 25.4.2011

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main zeigt nach dem WIELS Contemporary Art Centre in Brüssel und der Fondation Beyeler in Basel als dritte Station die große Retrospektive „Felix Gonzalez-Torres. Specific Objects without Specific Form.” Die Präsentation legt die große Bandbreite der kurzen, aber international sehr wirkungsmächtigen Arbeit des auf Kuba geborenen US-amerikanischen Künstlers dar. 

In engem Dialog mit der Architektur des MMK zeigt die Ausstellung in Frankfurt sowohl seltene als auch bekannte Installationen, Skulpturen, Fotografien und darüber hinaus Projekte im öffentlichen Raum.

Gonzalez-Torres (1957 – 1996) ließ sich 1979 in New York nieder, wo er Kunst studierte und später bis zu seinem Tod im Alter von 38 Jahren als Künstler arbeitete. In den 1980er Jahren schloss sich Gonzalez-Torres dem Künstlerkollektiv Group Material an. Sein starkes Engagement für politische und gesellschaftliche Themen seiner Zeit spiegelt sich auch in seinem kritischen Verhältnis zu den damaligen Entwicklungen in der Konzeptkunst und dem Minimalismus wider.

In einem breiten Spektrum an Medien verbinden sich in dem Werk von Gonzalez-Torres politische Kritik, emotionale Wirkung und sein grundsätzliches Interesse an Formen. Heute gilt sein einflussreiches Œuvre als wegweisend für nachfolgende Künstlergenerationen. Als Ausgangspunkt dienten ihm oft Objekte des täglichen Lebens, wie Uhren, Spiegel oder Lampen.

 Zu seinen bekanntesten Kunstwerken gehören große Mengen aufgehäufter Bonbons und Papierstapel, an denen sich die Besucher  bedienen dürfen. Mit diesen minimalistischen Werken wie auch mit seinen Girlanden aus Glühlampen oder seinen tickenden Uhrenpaaren, die unweigerlich aus dem Gleichschritt geraten, erforschte Gonzalez-Torres die Zusammenhänge zwischen der Zeit, der Kunst und der menschlichen Existenz.

Doch so markant bestimmte Objekte für das Werk von Gonazlez-Torres sind, lassen sie sich doch nicht auf eine bestimmte Gestalt festlegen. Wie der Titel “Specific Objects without Specific Form” andeutet, können diese in jeder Ausstellung eine andere Gestalt annehmen und eine neue Präsentationsform haben. Bei jeder der drei Ausstellungsstationen in Brüssel, Basel und dem MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt wird die Schau ab der Hälfte der Laufzeit von einem Künstler umgestaltet.

Im MMK wird Tino Sehgal (Künstler der Sammlung), dessen eigener künstlerischer Ansatz eine Affinität zum Werk von Felix Gonzalez-Torres aufweist, die Ausstellung ab dem 18. März neu einrichten. Ergänzt durch eine neue Werkauswahl wird sich die Präsentationsform der einzelnen Arbeiten täglich verändern, indem Tino Sehgal für die Räume des Museums eine Art Choreographie der Werke entwickelt.         

Mit dieser ungewöhnlichen Form der Präsentation widersetzt sich das Museum für Moderne Kunst der verbreiteten Vorstellung, dass eine Ausstellung etwas Fixiertes ist und eine Retrospektive den Anspruch des umfassenden, absolut gültigen Überblicks hat. In diesem Zusammenhang verweist das experimentelle, kuratorische Konzept des Gesamtprojektes auf die radikalen Konzeptionen in Felix Gonzalez-Torres’ eigenem Werk. Die Ausstellung wurde konzipiert von Elena Filipovic und dem WIELS Contemporary Art Centre (Brüssel) in Kooperation mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, der Fondation Beyeler (Riehen/Basel) und der Felix Gonzalez-Torres Foundation, New York.

Kontakt

Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
D - 60311 Frankfurt am Main
T: 0049 (0)69 212 304 47
F: 0049 (0)69 212 378 82
E: mmk@stadt-frankfurt.de
W: http://www.mmk-frankfurt.de