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dringt in die komplexe Netzwerk einer Kultur

Ausstellung in Erfurt - "Paris, Paris, und immer Paris …" Jochen Stücke erzeichnet sich die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts

Der gebürtige Münsteraner Jochen Stücke (geb. 1962) ist der "Hauptstadt
des 19. Jahrhunderts" (Walter Benjamin) mit Feder und Zeichenstift
verfallen.

Und auch seine zeichnerische wie narrative Diktion, seine
literarisch grundierte Phantasie und illustrative Energie, sie wären ohne
Daumier und Delacroix, Guy und Géricault, Proust und Zola schwerlich
denkbar.

Heute repräsentiert sein verblüffendes Werk eine längst verloren
geglaubte Möglichkeit der zeichnerischen Weltorientierung; es steht im
Kontext eines für viele Künstler seiner Generation wichtigen
Wiedergewinns der Erzählbarkeit der Welt nach den Jahrzehnten des
Verstummens der Bilder.

Stückes Blick dringt "mitten hinein in die Erinnerungsräume der französischen Kapitale", in "das komplexe Netzwerk einer Kultur, die selbst voller Anspielungen und Querverbindungen ist" (Stefan Lüddemann).

Der für die Ausstellung im Angermuseum gewählte Titel spielt an auf eine Wendung des Erfurters Friedrich Nerly, der einem Briefpartner erläuterte, was er beständig zeige: "Venedig, Venedig und immer Venedig …"
Jochen Stückes Arbeiten werden seit Jahren in der Pariser Bibliothèque
Nationale gesammelt.


Zur Ausstellung werden Stückes "Paris, Album I" (Kerber Verlag,
Bielefeld/Leipzig 2009) sowie eine Vorzugsausgabe mit Originalgraphik
und weitere Publikationen angeboten.

Sybille Glaubrecht
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