Alte Verse sind ab sofort unter dem Titel " Früher gern gelesen, heute fast
vergessen" im Erfurter Stadtarchiv nachzulesen. Die neue Ausstellung
wendet sich einem Bestand zu, der für kommunale Archive eher untypisch
und im Stadtarchiv Erfurt auch mit nur wenigen Exemplaren vertreten ist,
der schöngeistigen Literatur. Die gezeigten Bände stammen aus der
Bibliothek der alteingesessenen Erfurter Kaufmannsfamilie Kämmerer.
Unter dem Ausstellungsmotto "Früher gern gelesen, heute fast vergessen -
Sehenswertes aus heimischen Bücherregalen" wird mit der neuen Schau ein
Rückblick auf solche Bücher ermöglicht, die unseren Urgroßeltern in
mancher Mußestunde Kurzweil und Entspannung brachten. Kunstvoll oder
auch sparsam gestaltet, in ihrer Auswahl natürlich den Vorlieben und dem
Bedarf der Besitzers unterworfen, widerspiegeln sie immer auch ein Stück
den Zeitgeschmack unserer Vorfahren. Diese hatten offenkundig weit
größeren Gefallen an der Lyrik gefunden, als die Menschen heutzutage.
Ausstellungsbesucher sind herzlich aufgerufen, sich die alten Titeltexte, die
noch in Fraktur, einer Druckschrift, die vom 16. Jahrhundert an bis etwa
1940 in mehreren Varianten eingesetzt wurde, anzusehen. Beim
Ausstellungsbesuch wird man übrigens auch auf Titel treffen, die später,
zur DDR-Zeit, in Buchhandlungen und Bibliotheken nicht mehr zu finden
waren und teilweise den Weg dorthin (noch) nicht wieder gefunden haben.
Ausstellung im Stadtarchiv Erfurt, Gotthardtstraße 21, 1. Etage
Montag, Mittwoch und Donnerstag 8–16 Uhr
Dienstag 8–18 Uhr
Freitag 8–12 Uhr
Eintritt frei.
die Ausstellung endet am 29. Juni 2012
Sybille Glaubrecht
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