Unter dem Titel „Sculpture 21st“ präsentiert das Lehmbruck Museum wechselnde Positionen zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Einige der wichtigsten Bildhauerinnen und Bildhauer der Gegenwart zeigen im Laufe der kommenden Monate ihre Werke in der ikonischen Glashalle und unternehmen damit eine Standortbestimmung zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Fortgesetzt wird diese Reihe im Zeitraum vom 26.07. bis 24.08. 2014 mit der polnischen Künstlerin Monika Sosnowska. Zuvor hat bereits der Künstler Tino Sehgal sein Stück „Kiss“ (14.06 – 13. 07.2014) im Rahmen von „Sculpture 21st“ gezeigt.
Ausstellung in Duisburg
Monika Sosnowska, bekannt durch die spektakuläre architektonische Intervention „1:1“ im polnischen Pavillon der Venedig Biennale 2007, präsentiert in der ikonischen Glashalle des Lehmbruck Museums ihre Arbeit „Untitled“ aus dem Jahr 2004. Dieser begehbare weiße Kubus wirkt von außen unscheinbar, beeindruckt aber umso mehr im Inneren. Dort erwartet den Besucher ein Ort der Verwirrung und Desorientierung. Die klaren Bezüge von Boden, Decke und Wänden werden aufgehoben, indem an allen sechs Innenwänden Türen zu sehen sind, die scheinbare Aus- und Eingänge bilden. Physikalisch sind diese jedoch nicht zu erreichen.
Mit dem antithetischen Eindruck des Kubus von außen und von innen gelingt es Monika Sosnowska die transparente vom Bauhaus geprägte Architektur des Lehmbruck Museums zu unterwandern. Diesem klaren zweckmäßigen Baustil setzt Sosnowska Instabilität und Orientierungslosigkeit entgegen. So leistet ihr Raum inmitten der Architektur der Moderne Widerstand gegen Funktionalität und Effizienz.
Die Werke von Monika Sosnowska sind international in den Sammlungen von bedeutenden Museen wie zum Beispiel dem Museum of Modern Art, New York, dem Centre Popidou, Paris, dem Cleveland Museum of Art, Cleveland und der Hamburger Kunsthalle vertreten. Seit ihrer ersten Einzelausstellung in der Rijksakademie, Amsterdam 2000 nimmt Sosnowska regelmäßig an wichtigen Gruppen- und Einzelausstellungen teil u.a. im Schaulager Basel, Sprengel Museum, Hannover, The Serpentine Gallery, London, MoMA, New York und The Modern Institute, Glasgow. 2012 wurde sie für den Hugo Boss Art Prize der Salomon R. Guggenheim Foundation, New York nominiert. Zuvor erhielt sie bereits den Robert Jacobsen Prize der Stiftung Würth, 2009 und den Bâloise Art Prize, 2003.
Freunde der Kunst
Studiert hat sie zunächst an der an der Kunstakademie in Posen, Polen von 1993 bis 1998. Anschließend absolviert sie ein Studium an der renommierten Amsterdamer Rijksakademie von 1999–2000. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Polen.


Die Werke von Monika Sosnowska sind international in den Sammlungen von bedeutenden Museen vertreten; © courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Capitain, Köln
Bild 3: Foto: Werner Hannappel, © Galerie Gisela Capitain, Köln
