Der Titel der Ausstellung entstammt dem "Click, Click" das der Exzentriker, Multimillionär und Surrealist Edward William Frank James ausstieß wenn er einen speziellen Moment in seiner Erinnerung festhalten wollte.
Ausstellung in Düsseldorf
Raphael Danke erkannte seine Verwandschaft mit Tichy, nachdem er bei einem Sammler eines seiner Werke unmittelbar neben einer Fotografie von Tichy installiert sah und entwickelte daraus seine Ausstellung bei Van Horn. Beide Künstler behandeln die Qualität der Zerstörung und der Schönheit. Hierbei geht es ihnen nicht um ein 'perfektes Bild', sondern um das Sehen und Festhalten eines Eindrucks, der keineswegs durch technische Perfektion besticht. Sowohl in thematischer als auch in technischer Hinsicht weisen Tichy und Danke Parallelen auf, die eine gemeinsame Ausstellung nahelegen.
Bildende Kunst
Danke verwendet eine Handykamera und Tichy nutzte minderwertige Apparate, die er aus alltäglichen Fundstücken zusammenbaute. Dadurch kommt es vielfach zu Über- oder Unterbelichtungen und verschwommenen Motiven. Danke zerstört durch das Belichten von Magazinseiten die zugrundeliegenden Bilder in Ihrer ursprünglichen Form. Bei Tichy hingegen stellt sich eher eine zwangsläufige Form der Destruktion ein: weil er Zeit seines Lebens nie bestrebt war, seine Arbeiten in Ausstellungen zu präsentieren, ging der Künstler entsprechend sorglos mit diesen um. So haben die Bilder heute vielfach Flecken und Kratzer, was zum Charme und poetischen Charakter der Werke beiträgt.
Freunde der Kunst
Frauen bilden das zentrale Motiv im Schaffen beider Künstler. Jahrzehntelang fotografierte Tichy Frauen in alltäglichen Situationen in Kyjov. Auf diese Weise ergeben sich natürliche, ungestellte Szenen mit immanenten voyeuristischen Anklängen. Durch die technische Imperfektion zeigen die Bilder eine individuelle Form der weiblichen Schönheit, die sich oftmals zwischen Traum und Realität zu bewegen scheint. Einen ähnlichen Effekt erzielt Danke, indem er sich einzelner Seiten aus Modezeitschriften bedient, auf denen hauptsächlich weibliche Modelle zu sehen sind, die er hinterleuchtet und abfotografiert. So verschmelzen Rückseite und Vorderseite des Magazins auf einer Ebene miteinander.
Frauen bilden das zentrale Motiv im Schaffen beider Künstler
Darüber hinaus arbeitet Danke mit Collagen, deren Ausgangsbasis ebenfalls Modezeitschriften sind. Es entstehen abstrakte Formen und Architekturen, die den ursprünglichen Körper zum rätselhaften, ungegenständlichen Objekt werden lassen. Dankes Arbeiten sind als surrealistische Kommentare auf die zeitgenössische Modeindustrie zu verstehen, durch deren Produktmaschinerie ein verzerrtes Körperbild und konsequent eine neue Form und Qualität von Fetisch generiert wird. Danke wird in der Ausstellung zudem zum ersten Mal seine "Beinskulpturen" zeigen, die direkten Bezug auf Tichys Fotos nehmen.
info@van-horn.net


Raphael Danke erkannte seine Verwandschaft mit Tichy; (c) siehe Bild