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Ausstellung in Düsseldorf - Fischkopp und Märzenbecher mit neuen Arbeiten von Malte Brekenfeld

Der Ausstellungstitel ist Programm: Fischkopp und Märzenbecher - die Welt des Wassers und der Natur ist dem mecklenburgischen Künstler zentrale Inspirationsquellen für seinen skurrilen Bilderkosmos. Hier erscheinen Fische und Seebewohner in unerschöpflichem Formen- und Farbenreichtum.

Die merkwürdigsten Zwitterwesen beleben seine Bilder und Zeichnungen: Mensch, Tier und Pflanzen werden zerlegt und neu zusammengefügt. Er kreiert Menschen mit Fischköpfen oder seltsamen pflanzlichen Gebilden an den Schädeln und mit Ganzkörpertätowierungen übersäht.

Fische auf Rädern fliegen als Zeppelin am Himmel, fiktive Arten wie der monumentale Zitronenriffstachler treten auf.

Staunend steht der Betrachter vor dieser Fülle an Geschöpfen und grotesken Verwandlungen der menschlichen Akteure. Keines seiner Werke ist nur mit einem Blick zu erfassen, geschweige denn zu entschlüsseln.

Vor allem die großen Formate sind wahre Bildorgien, die  mit ausgesprochenem Sinn für die Absonderlichkeiten und die Absurditäten des menschlichen Daseins, vom prallen Leben nahe am Absturz erzählen. In den kleinformatigen aktuellen Zeichnungen hingegen, weiß Brekenfeld aber auch, die verspielten, zarteren Töne anzuschlagen.

Die mal üppig wuchernde, mal apokalyptisch reduzierte Vegetation der Landschaften bildet den Hintergrund für die oft wahnwitzigen Szenerien voller metaphorischen Anspielungen.

Nicht umsonst zählen Bosch und Breughel zu den Vorbildern des Künstlers, ebenso wie Max Ernst und George Grosz. In surrealer Tradition setzt Malte Brekenfeld die Dinge auf der Leinwand in Beziehung zueinander, vereint scheinbar Unvereinbares, schafft neue Bedeutungen und Deutungsebenen.

Hinter seinen ironisch-witzigen, teils schrill-grotesken Darstellungen entdeckt man nicht nur das wache politische, kulturelle und naturwissenschaftliche Interesse des Künstlers, sondern auch „den tiefsinnigen, humorvollen Blick eines Misanthropen, der das Leben liebt.“

Sein Bildvokabular vereint Zeitgenössisches mit Motiven aus Mythologie, Religion und Kunstgeschichte. Oft geben die Bildtitel als kongeniale Wortbegleiter mehr oder weniger deutliche Interpretationshinweise und bezeugen gleichzeitig seine enge Verbindung zur Literatur.

So lautet der treffende Kommentar von Thomas Martin zu Brekenfelds Bildern: "…ein von der Zeichnung und, wie aus den Bildern zu lesen, vom Wort Kommender, schippt uns Malerei wie Brausepulver in der Kinderhand hin…Für Brekenfeld kommt Kunst aus allem. Gott sieht die Ameise unterm Stein; Brekenfeld sieht den Stein unter der Ameise, und erzählt, was sich der Stein dabei denkt. "

Malte Brekenfeld wurde 1966 in Teterow in Mecklenburg-Vorpommern geboren, studierte an der Ernst-M.-Arndt-Universität in Greifswald Biologie, arbeitete als wissenschaftlicher Hilfszeichner am Anatomischen Institut der Universität Rostock und Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Diplom 1993.

Seit 1994 ist er freiberuflich als Maler, Zeichner und Objekterfinder tätig. Zusammen mit Susanne Rast und Dirk Wunderlich gründete er 2005 die Künstlergruppe MARFA. Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen und Einrichtungen.

Ausstellungsdauer: 19. März bis 7. Mai 2011

Angelika Blaeser

Galerie Angelika Blaeser modern & contemporary fine art

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