Sie erzählen von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Sie sind Zeugnis eines Weges, einer Pilgerschaft. Mit seinen Pilgerstäben greift Ludwig Denk ein uraltes Thema auf und bringt es symbolhaft, künstlerische zum Ausdruck.
Der Pilgerstab ist ein Attribut, das den Pilger auf seinem Weg begleitet. Zugleich ist er aber auch ein Symbol für die lebenslange Reise des Menschen durch Raum und Zeit. Ludwig Denk ist ein gebürtiger Deggendorfer, der heute als freischaffender Künstler in München lebt.
Vor ca. 10 Jahren hat er als erster Künstler begonnen das Thema Pilgerstab künstlerisch umzusetzen. Auf zahlreichen Reisen und Erkundungen hat er sich intensiv mit der vielfältigen Bedeutung des Stabes auseinandergesetzt. Jeder seiner Pilgerstäbe trägt einen Titel, der zusammen mit der gestalterischen Symbolik auf den Träger verweist.
In Ludwig Denks Stäben ist die ganze Welt versammelt. Farb- und Symbolsprache erzählen von armen und reichen Pilgern aus Vergangenheit und Gegenwart, von Mönchen, Kreuzrittern, Managern, Schamanen, Fürsten und Bauern.
In der Ausstellung in der Stadtgalerie im Stadtmuseum Deggendorf treten Denks Pilgerstäbe in einen Dialog mit den Zeichnungen des ebenfalls in München lebenden Künstlers Manfred Popp. „Wenn ich zeichne bin ich außer mir, ich verliere das Gefühl über Raum und Zeit, ich werde zum Dirigenten der unendlichen Linien“, sagt er über seine Arbeiten.
Wie der Pilger mit dem Pilgerstab, geht Manfred Popp mit dem Zeichenstift auf eine Reise auf dem noch leeren Papier. Dabei entstehen Bilderwelten, die von Gegensätzen geprägt sind: Spärliche Linien schlagen um in wuchernde Schraffurteppiche, harte Kontraste durchdringen zarte Grauschleier. Ein wildes Spiel steht der meditativen Ruhe gegenüber. Popps Zeichnungen mobilisieren die Sinne der Betrachter, so wie eine Pilgerschaft die Wahrnehmung für die Dinge des Alltags verändern kann.
Gemeinsames und Trennendes in der Kunst von Ludwig Denk und Manfred Popp treten in der Ausstellung in der Stadtgalerie in einen facettenreichen Dialog.
Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 19 Uhr eröffnet.
Zur Einführung spricht der Autor, Unternehmensberater und ehemalige Cellerar von Kloster Andechs Anselm Bilgri.
Die Ausstellung ist bis zum 3. April 2011 in den Museen der Stadt Deggendorf zu sehen.
Kontakt
Stadtmuseum Deggendorf
Östlicher Stadtgraben 28
94469 Deggendorf
0991/ 2960-555 – museen@deggendorf.de – www.stadtmuseum-deggendorf.de

