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sie war eine begnadete Avantgarde-Malerin

Ausstellung in Bremen: Oda Krohg – Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch 16. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012

Oda Krohg war in Norwegen am Anfang des 20. Jahrhunderts die »Prinzessin«, Muse und Femme fatale der Kristiania-Boheme. Vor allem aber war sie eine begnadete Avantgarde-Malerin. Ihre atmosphärischen, vom Impressionismus geprägten Bilder sind von kunsthistorisch richtungsweisender Kraft. In Skandinavien ist Oda Krohg bereits als bedeutende Künstlerin der Jahrhundertwende anerkannt.
Zeitgleich zur Munch-Ausstellung in der Kunsthalle Bremen präsentieren die Kunstsammlungen Böttcherstraße 21 ihrer Gemälde sowie eine Zeichnung und 12 Grafiken von Edvard Munch, die vornehmlich Porträts der literarischen und künstlerischen Revolutionäre Kristianias zeigen und das Boheme-Leben spürbar machen.


Oda Krohg (1860–1935) war eine Künstlerin, die sich kompromisslos für ihre Ziele einsetzte, ohne Rücksicht auf konservativ-bürgerliche Traditionen zu nehmen. Um 1900 gehörte sie der Boheme-Szene in Kristiania, dem heutigen Oslo, an. Im Kreis dieser revolutionären Künstler- und Literatengruppierung hatte sie einen festen Platz. Dies dokumentiert die Grafik Kristiania-Boheme II von Edvard Munch anschaulich: Munch sitzt an einem Tisch in einer Bar, neben ihm Oda Krohgs zweiter Ehemann der Künstler Christian Krohg und der Schriftsteller und Kunstkritiker Jappe Nilssen. Gegenüber sitzen der Anarchist und Literat Hans Jæger, der Dramatiker Gunnar Heiberg und der Geschäftsmann Jørgen Engelhardt, Oda Krohgs erster Ehemann. Am Ende des Tisches steht Oda Krohg in selbstbewusster Haltung, als sogenannte »wahre Boheme-Prinzessin«, wie Hans Jæger sie nannte.


Oda Krohgs stimmungsvollen Bilder zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Impressionismus. Ihr Debüt als Künstlerin gab Oda Krohg 1886 auf dem Norwegischen Herbstsalon mit dem Pastell Am Kristianiafjord (Japanische Laterne). Es zeigt eine junge Frau in einem Türrahmen sitzend, die gedankenversunken auf eine Seelandschaft blickt. Die Szenerie ist eingehüllt in eine besondere Licht-Atmosphäre, die im Zusammenspiel der blauen Stunde mit dem Schein der japanischen Papierlaterne entsteht. Dieses Bild gilt als ein Vorläufer für Edvard Munchs berühmte Sommernachtsbilder.


Nach dem Winter 1893 in Berlin, wo die Kneipe Zum Schwarzen Ferkel zum Treffpunkt skandinavischer Künstler und Literaten wie Edvard Munch und August Strindberg wurde, lebte Oda Krohg ab 1897 in Paris, zunächst vier Jahre mit Gunnar Heiberg, dann mit ihrem Mann, der einen Lehrauftrag an der Académie Colarossi erhielt. In diesen Jahren stand vor allem die Porträtmalerei im Mittelpunkt ihres Schaffens. Ihre Bilder wurden sowohl im Salon de Paris als auch im Salon d’Automne ausgestellt. 1911 kehrte Oda Krohg zurück nach Oslo, wo sie 1935 starb.


Die Kunstsammlungen Böttcherstraße zeigen mit dieser Schau eine unvergleichliche Pionierin der Moderne. Sie knüpfen damit abermals an die Tradition des Hauses an, starke Künstlerinnen der Jahrhundertwende zu würdigen, die – wie die Namensgeberin des Paula Modersohn-Becker Museums – in ihrer Epoche Bedeutendes geleistet haben.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag. Er umfasst 128 Seiten, inklusive ganzseitiger Farbtafeln aller ausgestellten Werke und zahlreicher Vergleichsabbildungen. Der Katalog ist für 19,80 € im Museumsshop erhältlich.


Kombiführungen mit der Ausstellung Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand
Für die Ausstellung sind Kombiführungen mit der Ausstellung Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand in der Kunsthalle Bremen buchbar. Buchungen unter 0421 32908-220.

 


Begleitprogramm
Zu der Ausstellung wird ein attraktives Begleitprogramm angeboten. Dieses Umfasst u. A. eine Lesung mit dem Schriftsteller Ketil Bjørnstad (26. November, 11 Uhr) und ein Finissage-Konzert mit einem Streichquartett der Bremer Philharmoniker (25. Februar 2012, 15 Uhr im Himmelssaal).
Vernissage und Öffnungszeiten:
Die Ausstellung wird am Sonntag, den 16. Oktober 2011, um 11.30 Uhr im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft eröffnet und ist bis zum 26. Februar 2012 dienstags bis sonntags von 11–18 Uhr zu besichtigen.
Öffnungszeiten an Feiertagen: Heiligabend: geschlossen, 1. Weihnachtstag: 13–18 Uhr, 2. Weihnachtstag: 13–18 Uhr, Silvester: geschlossen, Neujahr: 13–18 Uhr.


Eintrittspreise:
8 €, ermäßigt: 5 €, Kinder 6 bis 18 Jahre: 3 €. Familien (2 Erwachsene, bis zu 4 Kinder): 18 €,
Gruppen (ab 10 Personen): 5 € pro Person, Schulklassen: 1,50 € pro Person.
Ermäßigter Eintritt bei Vorlage einer Eintrittskarte aus den Partnermuseen von Hinschauen! (Kunsthalle Bremen, Krankenhaus-Museum, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Horst-Janssen-Museum Oldenburg, Städtische Galerie Delmenhorst, Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Die Worpsweder Museen - Große Kunstschau Worpswede).
Ermäßigter Eintritt bei Vorlage der Weser-Kurier AboCard

 

Kunstsammlungen Böttcherstraße Bremen · Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6–10 · 28195 Bremen · www.pmbm.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr


Pressekontakt:

Johanna Köhler · Telefon: +49 (0)421 33882-36 · E-Mail: pressestelle@pmbm.de

 

Creditlines des angefügten Bildmaterials:

1. Oda Krohg, Chinesische Laterne (An der Wiese), 1889, City of Oslo, City Art Collection. 

2. Edvard Munch, Kristiania Boheme II, 1895, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Foto: Volker-H. Schneider © The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2011