Die künstlerische Freiheit ist legendär. Doch was ist das für eine Art von Ungebundenheit? Was macht sie aus? Handelt es sich bei ihr um eine rein geistige Freiheit oder eine Autonomie der Handlung? Vielleicht besteht diese Freiheit gerade darin, einen eigenen Regelkanon zu erdenken und sich nach ihm zu richten. Häufig basieren künstlerische Werke auf ausgeklügelten Regelsystemen.
Strategien, Aufgaben oder Versuchsaufbauten werden erdacht und expliziten Bestimmungen unterworfen, woraus oft vollkommen neuartige Gesetzmäßigkeiten entstehen. Liegt also das Potenzial ihrer Aktionen nicht vielmehr darin, dass Künstler in scheinbarer Abkehr von der Idee des freien Handelns die Richtlinien, die sie befolgen wollen, selbst verfassen und so eigene Schranken ihrer Aktivität errichten? Fälle der selbst gewählten Eingliederung in ein System mit maßgeschnei- derten Auflagen beleuchtet die Ausstellung Der ideale Ort, um mit der Freiheit unter vier Augen zu sprechen.
Es werden unterschiedliche Beiträge miteinander verknüpft, in denen die Künstler das Aussehen ihrer Umgebung für einen Moment umwandeln, indem sie sie schonungslos enthüllen oder ihr fremde Schablonen auflegen. Sei es mittels Spielregeln, die kreiert und befolgt werden, durch das Überstrapazieren bestehender Vorschriften oder die Implementierung neuer Direktiven für den Rezipienten: der Reiz dieser Praxis liegt darin, Taktiken auszuformen, die Gewohntes unterminieren.
Die Ausstellung wird gefördert vom Senator für Kultur Bremen.
Kontakt
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