Thomas Rentmeister, geboren 1964 in Reken (Westfalen), studierte bei Günther Uecker und Alfonso Hüppi an der Kunstakademie in Düsseldorf. Bekannt wurde er in den 90er Jahren durch seine eleganten Polyester-Arbeiten, die skulpturale Präsenz mit einer Anmutung des organisch Weichen, ja Verfließenden verbinden.
So verliert die spiegelnde, je nach Betrachterstandpunkt sehr unterschiedlich wirkende Skulptur ihre kontextunabhängige Autonomie und verbindet sich mit dem Umraum. Einen weiteren Schritt in Richtung ‚Alltagsbezug’ leisten dann aber seine Objekte und Installationen, für die er ab den späten 90er Jahren für die Bildhauerei untypische Materialien, Gebrauchs- und Nahrungsmittel wie Zellstofftaschentücher, Chips, Penaten- oder Nutellacreme verwendet. Dabei ergänzen sie die plastischen Qualitäten seiner Objekte nicht nur durch eine – je nach Material – recht dominante Geruchsintensität, sie ironisieren auch die gerade im Minimalismus gepflegte neutrale Objekthaftigkeit, indem sie eine durchaus humorvolle Brücke von Kunst zum Leben schlagen. Kunst ist für Rentmeister eben keine nur formale, kunstinterne Exerzitie, Skulptur (und
ihre Materialien) ist ein Alltagsphänomen, nur sind wir uns der primärästhetischen Qualität von Zuckerwürfeln und Zellstofftaschentüchern nicht immer bewusst.
Die vom Kunstmuseum Bonn konzipierte Ausstellung, die anschließend im Perth Institute of Contemporary Arts in Australien zu sehen sein wird, repräsentiert Werke aus allen Schaffensphasen Rentmeisters und verbindet sie mit neuesten, für Bonn konzipierten Installationen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Christoph Schreier, Stephan Berg, Amy Barrett- Lennard, Leigh Robb und Hannes Böhringer.
Pressekontakt:
KUNSTMUSEUM BONN
Dr. Ute Herborg-Oberhäuser
Pressesprecherin / Press officer
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn
T. +49(0)228 77-6223 F -6206
ute.herborg-oberhaeuser@bonn.de
www.kunstmuseum-bonn.de
Bildbeschreibung:
1. ohne Titel, 2007
Puppe, Hocker. 62 x 71 x 70 cm
Privatsammlung
2. Diagramm 5, 2009
Holz, verschiedene Materialien. 90 x 120 x 12 cm
Foto: Bernd Borchardt
3. ohne Titel, 2010
verchromter Stahl, Toilettenpapier, Tesafilm. 400 x Ø 90,5 cm (je Element)
Ausstellungsansicht Kunstverein Viernheim, 2010
Foto: Bernd Borchardt
4. ohne Titel, 2007
Bratpfannen, Beton. Maße variabel (Höhen von 25 bis 131 cm)
Sammlung Kunstmuseum Bonn
Ausstellungsansicht Kunstmuseum Bonn, 2009
Foto: Reni Hansen, Kunstmuseum Bonn

