David Reed, geboren 1946 in San Diego und seit den 1970er-Jahren in New York ansässig, zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der amerikanischen Malereiszene. In seinem Schaffen spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der europäischen und amerikanischen Malereigeschichte, zugleich öffnet sich seine Malerei neuen Medien und künstlerischen Ausdrucksformen, wenn er sich auf den Film bezieht oder wenn er in seinen ‚Schlafzimmerensembles’ – „Judy’s Bedroom“ und „Scottie’s Bedroom“ – installativ arbeitet. So verbindet seine Malerei eine gestalterische „Grundlagenforschung“ mit einer tief greifenden Diskussion dessen, was Gemälde in Konkurrenz zu den neuen Bildmedien heutzutage überhaupt noch leisten können.
Diese weit reichenden Perspektiven seines Schaffens dokumentieren sich nun in der für das Kunstmuseum Bonn konzipierten Ausstellung. Der Werkentwicklung folgend, beginnt sie mit frühen, naturinspirierten Gemälden, die vor dem Motiv in einem Indianerreservat entstehen. Ihre Bildsprache spiegelt dabei den Einfluss des abstrakten Expressionismus, mit dessen subjektivistischen Pathos er sich in seinen „Brushstroke paintings“ auseinandersetzt. Die serielle Anlage dieser in den 1970er-Jahren entstandenen Arbeiten kühlt den expressiven Furor ab und ersetzt das subjektive Pathos des abstrakten Expressionismus durch eine Ornamentalität, in der die Gestik völlig selbstgenügsam in sich selbst zu kreisen scheint. Diese an barocke Ornamentik erinnernden Arbeiten der vergangenen Jahrzehnte entfalten eine kühle, verführerische Ästhetik, die gleichwohl Produkt einer komplexen, durchaus reflektionsgeleiteten Vorbereitungsphase ist. Dies dokumentieren die in die Ausstellung integrierten Zeichnungen, die klarlegen, wie stark sich Sensualismus und konzeptuelle Steuerung des künstlerischen Handelns bei Reed verbinden.
Gezeigt werden über 60 Arbeiten des Künstlers, die exemplarisch den Status Quo der Malerei vor und nach der Jahrtausendwende zur Anschauung bringen können.
Die Ausstellung wird unterstützt von der Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn.
Pressekonferenz 26. Juni 2012, 11 Uhr
Eröffnung 27. Juni 2012, 20 Uhr
Laufzeit 28. Juni 2012 – 7. Oktober 2012
Kurator Dr. Christoph Schreier, T 0228 77 -6212; christoph.schreier@bonn.de
Pressekontakt Dr. Ute Herborg-Oberhäuser, T 0228 77 -6223;
ute.herborg-oberhaeuser@bonn.de
Begleitprogramm
12. September 2012, 19 Uhr Im Dialog: Der Frankfurter Sammler Adrian Koerfer im Gespräch mit dem Ausstellungskurator Dr. Christoph Schreier
1. Juli, 11 Uhr Kuratorenführung: Dr. Christoph Schreier
Ausstellungdauer: 28. Juni – 7. Oktober 2012 (EÖ Mittwoch 27. Juni, 20 Uhr)
Dr. Ute Herborg-Oberhäuser
Pressesprecherin / Press officer
KUNSTMUSEUM BONN
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2 | 53113 Bonn
T0228 776260 | F 0228 776220

