Durch die rasante Entwicklung von Industrie und Technik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ändern sich die Lebensverhältnisse rasch und tiefgreifend, und die Künstler suchen nach einem neuen Weltbild. Die Idealisierung des bäuerlichen Lebens bannt ebenso wie der impressionistische Blick auf die Bürgerwelt der Großstadt existenzielle Ängste. Zwischen Natursehnsucht und Fortschrittsglauben tritt seit den 1870er Jahren der Symbolismus als ein gesamteuropäisches Phänomen hervor.
Ausstellung in Bielefeld
Mit einer neuen Spiritualität reagiert er auf den Materialismus der Gründerzeit. Wesentlich weniger erforscht und präsent als der fast gleichzeitige Impressionismus, bewahren die mythologisch-märchenhaften Bildwelten des Symbolismus bis heute die Aura des geheimnisvoll Unergründlichen. Eher eine Geisteshaltung als eine Stilbewegung, verbindet der Symbolismus Elemente der Tradition mit modernen Auffassungen und bedient sich einer akademisch-realistischen Malerei ebenso wie einer betonten Farbigkeit.
Bildende Kunst
Die Ausstellung widmet sich der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst, die ihre Wurzeln in der Romantik hat und mit ihren Bildern einer paradiesisch-zeitlosen Einheit von Mensch und Natur auf expressionistische Auffassungen vorausweist. In Anselm Feuerbach, Hans von Marées und vor allem Arnold Böcklin hat sie ihre großen Vorbilder. Mit Max Klinger, Hans Thoma und Ludwig von Hofmann gehören Hauptvertreter des deutschen Symbolismus zu den frühesten Ankäufen für die Bielefelder Sammlung.
Freunde der Kunst
Christiane Heuwinkel
heuwinkel@kunsthalle-bielefeld.de


Schönheit und Geheimnis - Ausstellung widmet sich der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst; Bild 1: © Foto: Andres Kilger Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / bpk
Bild 2: © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Bild 3: © bpk I Museum der bildenden Künste Leipzig I Ursula Gerstenberger
Bild 4: © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Bild 5: © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Bild 6: © Sammlung Siegfried Unterberger