Kollaboration. Gemeinsam an etwas arbeiten. Werke erarbeiten, eine Ausstellung konzipieren. Gegenseitiges inspirieren, Ideen zusammentragen, sie reagieren lassen. Bildsprachen, Denk- und Sichtweisen auf einander loslassen. Sich austauschen oder gegenseitig beeinflussen, prägen oder manipulieren? Doch mit welcher Intention oder welchem Sinn? Wie viel von dem einen, wie viel von dem anderen?
Was sind die Maßstäbe? Wer entscheidet über Maßstäbe? Was ist mit Gleichgewicht? An welchem Punkt fängt es an zu kippen? Will man überhaupt Gleichgewicht? Wer ist wer? Wie viel ist man von anderen Künstlern? Und wie viel sind andere von einem selbst? Wo fängt Ich an, wo hört es auf? Was ist Geben, was ist Nehmen? Besser: wie viel geben, wie viel nehmen? Was erhofft man zu finden? Was ist der Preis?
Für die Ausstellung „Der Kollaborateur. Eine Egozentrische Feldstudie.“ haben sich die Künstler Cem Kozcuer und Matthias H. Risse entschlossen, gegenseitig ihr bisheriges künstlerisches Schaffen, d.h. ihr Archiv, ihre Studien und fertigen Arbeiten, vollständig im Sinne einer Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. So gleicht der Umgang mit den gegenseitigen Werken nahezu einem kriminologischen Forschen oder einer Feldstudie.
Beide Künstler haben in ihrem Schaffen einen fotografischen Ausgangspunkt, den sie bis hin zu Medien- und Rauminstallation, Skulptur und Objekt erweitert haben. Obwohl sich ihre Bildsprachen und Inhalte stark unterscheiden, führt die Ausstellung „Der Kollaborateur. Eine Egozentrische Feldstudie.“ zu einer extremen Vermischung ihrer Werke, in der sowohl das Potential und die Facetten der Zusammenarbeit als auch die Inhalte ihrer eigenen Werke zum Thema werden.
21.01. – 19.02.2011
Cem Kozcuer *1982, lebt in Bielefeld
Matthias H. Risse *1980, lebt in Berlin
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