Wie selten ein anderer Künstler/Maler beherrscht Pascal Danz den Umgang mit
Licht und Schatten. Seine meist nach Fotografien entstandene Malerei greift
formal immer wieder auf die Momente Licht und Schatten zurück. Einmal sind
es Überbelichtungen, also ein Zuviel an Licht, die Bildmotive aufzulösen
scheinen, dann wiederum ist es ein Mangel an Licht, der den Arbeiten eine
geheimnisvolle Tiefe gibt.
Meisterhaft versteht er es, so Nebensächlichkeiten ins Zentrum zu stellen
oder vermeintliche Hauptmotive auszublenden. Das ³Geblendet-Sein³ und das
³Ausblenden³ ziehen sich als Hauptgestaltungselemente durch sein ganzes
Schaffen und bewirken eine Reduktion auf die den Künstler interessierenden
³Leerstellen³, auf das schliesslich ³Ungemalte³. Diese weissen Flecken oder
schwarzen Löcher sollen die BetrachterInnen aktivieren, die Fehlstellen
selbst zu füllen.
Die Arbeiten oszillieren ständig zwischen Makro- und
Mikrobereich, es ist ihnen eine latente Spannung zwischen Nähe und Ferne,
zwischen Gegenstand und Abstraktion inhärent. Man könnte gar so weit gehen
zu sagen, die Bilder seien dynamische, aber entschleunigte Filmbilder, die
immer aufs Neue erforscht und entdeckt werden können. Pascal Danz bewirkt
ein ständiges Hinterfragen der Wahrnehmung, indem er Fragen nach Raum und
Zeit, Gegenstand und Abstraktion für die BetrachterInnen auf die Leinwand
bringt.
Inhaltlich behandelt die Malerei von Pascal Danz die oft schwierige
Abgrenzung von allgemein gültigen und persönlichen Themen: Mal geht es um
eigene, biografische Themenbereiche, dann wieder um Fragestellungen zur
Wahrnehmung und Geschichtsproduktion im Allgemeinen. Immer wieder schafft er
es, uns mit seinen Arbeiten zu ködern, uns in die Werke hinein zu ziehen und
zu faszinieren. Man könnte sagen, der Künstler breitet seine Themen
solchermassen aus, dass wir unseren eigenen Erfahrungsschatz einbringen
können. Seine Malerei ist verführerisch und verstörend leicht, aber nicht
leicht zu fassen.
Oftmals arbeitet Pascal Danz in Serien, die jeweils auch mal über mehrere
Jahre hinweg entstehen können. In der aktuellen Ausstellung sind Arbeiten
aus zwei Serien zu sehen.
Im ersten Raum hängen ³night scenes³, Nachtbilder, die entstehen, wenn
Lichter nachts falsch fokussiert fotografiert werden ein Effekt, der im
Film oft als Nebenerscheinung auftaucht. Interessant sind dabei die
verschiedenen Umsetzungsformate: Während sich bei den Grossformaten ein
Eintauchen in die Fläche von selbst ergibt, und man sich förmlich in den
Weiten der Bilder verlieren kann, sind die Kleinformate eher momentane
Eindrücke, ³Clin d¹Oeils³, durch die reduzierte Komposition nahe bei
abstrakter, geometrischer Malerei angesiedelt.
Im zweiten Raum sind Bilder des immergleichen Blumenstrausses zu sehen, der
räumlich in jeweils 45°-Schritten abgewickelt wird. Von den fotografischen
Aufnahmen entstanden acht mittelformatige Malereien, gehängt wie gegen
aussen gekehrte Projektionen. Das Auge umkreist den abwesenden Körper, der
ursprüngliche fotografierte Blumenstrauss in der Raummitte ist bloss zu
denken,; er fehlt ebenso, wie der kürzlich verstorbene Künstler David Weiss,
dem diese Bilder als Hommage gewidmet sind.
Beide Serien wirken auf den ersten Blick eher dunkel, verhalten; strahlen
bei zweitem Blick aber umso mehr. ³That¹s simply not done³, der Titel der
Ausstellung, bedeutet auf deutsch übersetzt, dass man so etwas eigentlich
nicht mache: dieses gefährliche Spiel mit dem Stilleben, das Trivialmotiv
der Blume, das Ausloten von Barock und Kitsch, das rembrandeske Aufscheinen
von Licht... Zu sehen ist eine Accrochage konzeptueller Malerei, die sich
nicht selber wichtig nimmt, sondern die einfach wichtig ist.
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(c) Pascal Danz

