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Semjon Contemporary

Ausstellung in Berlin: Zeichnungsausstellung in zwei Teilen - Lieber Künstler, zeichne mir!

Der Titel des Ausstellungsprojektes Lieber Künstler, zeichne mir ist eine Paraphrasierung der bekannten Gemäldeserie Lieber Maler, male mir von Martin Kippenberger, die er 1981 als Serie von Auftragsarbeiten an von ihm beauftragte Künstler und Plakatmaler begann.

Auch wenn das Delegationspr inzip von Kippenberger an andere Personen zur Schaffung seiner Werkgruppe definitiv nicht das Thema der zweiteiligen Ausstellungsreihe ist , besteht denn och das Hauptinteresse darin, die Galeriekünstler und künstlerinnen von Semjon Contemporary und andere in ihrer Zeichenkunst bemerkenswerte Künstler aufzufordern, für diese Ausstellung zeichnerische Werke bestenfalls zu schaffen oder auszuwählen: Lieber Künstler, zeichne mir!

Ausstellung in Berlin

Die Zeichnungen meiner Galeriekünstler sollen den Zeichnungen von mir geschätzter Künstler und Künstlerinnen jenseits des kleinen eigenen Galeriekosmos gegenübergestellt werden und dadurch zu einem offenen Dialog beitragen. Gleichfalls plane ich , einige Werkbeispiele der Zeichenkunst der letzten Jahrzehnte von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern zu integrieren: Inspirationen, Kongruenzen und Differenzen möchte ich damit sichtbar machen und auch thematisieren bzw. die Beiträge zueinander in Beziehung setzen.

Die Ausstellung wird in zwei zeitlich aufeinander folgende Sektionen geteilt: Der erste Bereich Abstraktion, Konkretion, Notation und Struktur deckt die zeichnerischen Werke ab, die die künstlerische Haltung unter dem zentralen Begriff der Abstraktion zusammenfasst. Hier sollen Werkbeispiele konzeptueller abstrakter Zeichnung und die dem Umfeld der Konkreten Kunst zuzuordnenden Künstler , aber auch Zeichnungen für Installationen und Notate wie z. B. Kompositionen (Notenblätter) von zeitgenössischen Komponisten sowie abstrakt strukturelle Ansätze in der Zeichenkunst zusammengebracht und gegenübergestellt werden.

Der zweite Teil Figuration, Illustration, Notation und Zeichen gibt  – grob vereinfacht – der Figur Raum. Der in beiden Ausstellungsteilen vorkommende Werkbegriff Notation verweist unter anderem auf eine Durchlässigkeit zwischen beiden Gruppen. Nicht umsonst erlaubt dieser Begriff, die Zeichnung als Studie, als Forschungsskizze, Kompositionspapier , aber auch als eigenständige Kunstwerk zu verstehen. Auch haben einige KünstlerInnen in ihrem Werk Berührungspunkte mit beiden Sektionen.

Spätestens seit dem Beginn der Moderne hat sich die Tendenz zur Abstraktion als eigener künstlerischer Ansatz herausgebildet, und dieser trennt sich von der figürlich - abbildhaften Vorgehensweise in der Kunst. Auch formulierte sich eine Haltung, die die Zeichnung nicht nur als Skizze und Vorbereitung zu dem höher geschätzten Gemälde oder der Skulptur beg reift, sondern die Zeichnung als autonomes, sich selbst repräsentierendes Kunstwerk erklärte.

Freunde der Kunst

War erst einmal die Abstraktion als eine für die Kunst produktion und - rezeption legitim gewordene künstlerische Haltung eingeführt und anerkannt worden, hat sie gleichzeitig zur Befreiung der akademischen Auffassung des Realitätsbegriffes geführt und in Folge eine Vielfalt von Stilen (Auffassungen und Haltungen) ermöglicht. Der Kampf der ‚Ismen’ der vielfältigen Stilrichtungen gegeneinander ist spätestens seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts einer allgemein anerkannten Pluralität des ‚Alles ist möglich’ gewichen.

Die zweiteilige Ausstellung soll versuchen, unterschiedlichste Auffassungen von Zeichnung zusammenzubringen, gegenüberzustellen, die Gemeinsamkeiten und Differenzen auszuloten und zu einem spannenden Seherlebnis zu führen.

Abstraktion, Konkretion, Notation und Struktur

1.2. – 8. 3.2014

Figuration, Illustration, Notation und Zeichen

20.6. - 26.7.2014

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