Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf das gleichnamige Buch von James Abbot McNeill Whistler. Das Buch wurde erstmals 1892 veröffentlicht und zeichnet u.a. den Streit zwischen Whistler und dem Kunstkritiker John Ruskin auf. Ruskin kritisierte Whistlers Gemälde Nocturne in Black and Gold, welches 1877 in der Govenor Gallery in London ausgestellt war, als "unfertig" und nannte es einen "Topf Farbe der dem Publikum ins Gesicht geschleudert" werde.
Whistler empörte sich über diese Kritik und strengte eine Verleumdungsklage gegen Ruskin an. Auszüge aus den Prozessakten zählen zu den Höhepunkten des Buches. Es ist ein historisches Dokument, welches maßgeblich die moderne Sicht auf Kunst im 19. Jahrhundert beeinflusste und oftmals als Wegbereiter für Nicht-Gegenständliche Malerei bezeichnet wurde.
Die zwölf Bilder im ersten Raum der Ausstellung von Monique van Genderen haben alle die selbe Größe: 6 Fuss hoch und 4 Fuss breit (182,88 X 121,92 cm). Dieses Format, welches den Betrachter nicht nur visuell anspricht, sondern auch eine körperlich/räumliche Beziehung aufbaut, ist für Malerei ein ungewöhnliches Format, da es schwierig ist, ein Zentrum zu finden.
Anders als ihre früheren Bilder nicht auf Holz, sondern auf Leinwand gemalt, behandelt Van Genderen Fragen zum "Unfertig-sein" eines Bildes und zu den Erwartungen an Malerei. Die Oberflächen ihrer Bilder sind abwechselnd durchscheinend und reflektierend.
Bei näherer Betrachtung erkennt man einige matte Stellen, die die physische Oberfläche des Bildes definieren. Die wechselnden Ebenen von Transparenz und Reflektion werden durch unterschiedliche Arten von Farben erreicht: Öl, Lack und Alkyd (eine auf Kunstharz basierende Ölfarbe). Sie arbeitet mit organischen wie auch synthetischen Farbtönen und erreicht eine komplexe Räumlichkeit durch das Spiel mit Farbe und Licht.
Van Genderen’s Bilder erinnern an Matisses Scherenschnitte, Andy Warhols "Flower"-Bilder und speisen sich aus Quellen der 50er Jahre, wie die Farbfeld-Malerei von Helen Frankenthaler und Grafikdesign-Techniken. In ihren Arbeiten untersucht sie Elemente des Narrativen, der Illusion und Figuration innerhalb von Abstraktion, indem sie vorwiegend der Oberflächenstruktur und dem Material erlaubt die Bildebene zu übernehmen, statt dem Subjekt.
Im zweiten Raum ist eine Serie von kleinen Ton-Bildern zu sehen, bei denen Van Genderen gebrannten Ton und Glasuren benutzt, um lyrische Abstraktionen hervorzubringen. Die Oberfläche des Tons trägt einen Abdruck von Leinwand, welcher den Eindruck verstärkt, die Arbeiten wären auf tatsächlicher Leinwand gemalt. Die Arbeiten sind ein Ergebnis des Zusammenspiels von Malerei und Skulptur, eine spielerische Vermischung von Kunst und Handwerk, Verspieltheit und Ernsthaftigkeit sowie Design und Dekoration.
Monique van Genderen g. 1965 in Vancouver, Kanada. Lebt und arbeitet in Los Angeles. Einzelausstellungen (Auswahl): 2009: Pacific Design Center, West Hollywood, CA. 2008: Galerie Michael Janssen, Berlin. 2006: Hammer Museum, Los Angeles; Savannah College of Art and Design, Atlanta. 2005: Wexner Center for the Arts, Columbus; Howard House, Seattle. Gruppenausstellungen (Auswahl): 2011: ACME Gallery, Los Angeles, CA. 2010: Kunstmuseu
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