Es ist an der Zeit, einen Rückblick zu halten, der zugleich Erwartung auf das zukünftige Schaffen der Malerin Jutta Maria Clemens weckt.
Dafür stehen ihre Blumenbilder – ein Thema, bei dem sie die Vergänglichkeit, das ursprünglich Schöne, das Wachstum mit seinen verschiedensten Facetten ausdrückt.
Angezogen vom Betrachten in der Natur, sucht sie Entsprechungen in der Dichtung und Literatur und lässt sich von Musik und Bewegung im Tanz inspirieren. Wie Samenkörner in der Erde, lässt sie diesen Eindrücken Zeit zum Entfalten.
Hat sie zu Beginn ihres Schaffens noch nahe am konkreten Abbild gemalt, entwickelt sie einen immer freieren, eigenen Ausdruck, bildet nicht mehr ab und schafft durch eigene Bildung und Reifung Kunst . Sichtbar wird diese Entwicklung in der Farbabstimmung, in der Pinselführung, der Dynamik, der Komposition. Sie löst die Formen auf, verknappt die Sujets und erreicht eine intensivierende Kraft.
Mit der Gouache-Malerei hat sie ihr ideales Medium gefunden. Die deckenden Wasserfarben in Harzverbindung ermöglicht ihr ein langsames Arbeiten mit vielschichtigen, nuancenreichen Abtönungen.
Das zweite Thema, mit dem sie sich auseinandersetzt, ist das Portrait.
Sie erblickt den Menschen, der hinter der offensichtlichen Landschaft von Augen, Stirn, Nase und Körper in Mienenspiel und Bewegung erfahrbar wird. Diesen Eindruck lässt sie auf sich wirken, löst die individuellen Eigenschaften aus der Fassade und schafft Ihr eigens Bild. Dem Betrachter bietet sie eine Möglichkeit, den Menschen neu zu entdecken.
Begleitend zur Malerei hat Jutta Maria Clemens auch immer gezeichnet, sei es als Vorbereitung für ein Portrait, als Entwurf für eine Bildgestaltung oder als eigenständiges Werk. Dabei nimmt sie gerne Kohle zur Hand oder einen weichen Stift, damit sie die Linien modellieren kann. Auch in diesen Arbeiten wird ihre Fähigkeit zum Erfassen des Wesentlichen sichtbar. Beschränkt auf Linie, Schwarz und Weiß bringt sie Stimmung, Gehalt und Unsichtbares zur Wirkung.
Die Neigung, sich der Natur und dem Menschen als Teil davon, zuzuwenden, geht einher mit ihrer Pädagogisch- therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Grundlage ihres Selbstverständnisses ist das Wissen um die Schöpferkraft jedes Wesens und Elementes unserer Ehrfahrungswelt. Sei es der Wind, der durch die Äste tanzt, das Sonnenlicht, das die Luft zum Flirren bringt, die Knospen aufbrechen lässt, die Blumen, die sich welkend ergeben, jedes drückt Lebendigkeit aus.
Seit 1998 fördert Joachim Dikmayer die Arbeit von Jutta Maria Clemens, u.a. mit regelmäßigen Ausstellungen im Palais am Festungsgraben, auf der Fischerinsel oder an weiteren Standorten, wie der jüngst erfolgreich beendeten Internationalen Kunstmesse im Allee-Center Berlin.
Diese Werkschau mit Arbeiten aus 15 Jahren zeigt er in seinem Galerie-Laden “Fischerinsel“. Zwischen Apotheke und Supermarkt, in einer Atmosphäre von Werkstatt und Schaffensfreude entwickelt sich schnell ein angeregtes Gespräch, eine Basis für Begegnung und Gedankenaustausch.
Kontakt
Galerie Dikmayer Berlin
Palais am Festungsgraben
Fischerinsel-Passage
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