Gesellschaft Freunde der Künste

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Wechselwirkung von Kunst- und Kinosprache

Ausstellung in Berlin: Gianni Dorigo - Kleine Geschichte des deutschen Kinos bis 8. März 2011 in der Immaginaria arti visive gallery Walter Bischoff Galerie

Bis 8. März 2011 zeigt die Galerie Immaginaria arti visive / Walter Bischoff Galerie die erste Berliner Einzelausstellung von Gianni Dorigo. Der bedeutende Künstler aus der Toskana hinterfragt in seinen Arbeiten kontinuierlich die Wechselwirkung von Kunst- und Kinosprache. So ist die Ausstellung mit dem Titel “Kleine Geschichte des deutschen Kinos” dem deutschen Film gewidmet und durchläuft die wichtigsten Etappen des deutschen Autorenfilms. Es werden typische Szenen aus den einzelnen Filmen herausgenommen und auf Papier untersucht, wobei die Malerei sie zusammenfasst und mit Hilfe von Farbanalogien schliesslich den wesentlichen Inhalt, eine interpretative und somit ästhetische Erklärung des Films zum Ausdruck bringt, so dass er nun nicht mehr als Filmkunstwerk, sondern als Malerei verstanden wird.

Seine Arbeit läßt sich als eine Űbersetzung von Filmsequenzen definieren, die in einem einzigen Ausdruck der Malerei konzentriert sind. Dorigo zitiert und mischt gerne verschiedene Techniken und Stile und nutzt dabei seine Erfahrung mit Massenkommunikation und grafischen Techniken: Mit Fotokopien und Ölfarben werden seine Werke zu einer bunten Abfolge von Mischtechniken. Der Künstler erzählt uns eine bekannte Geschichte auf eine ungewohnte und neue Art, indem er andere Fähigkeiten ausschöpft und den sogenannten Erzählraum erweitert. Das geschriebene Wort, das die Malereioberfläche durchkreuzt, hat keine rein methodische Funktion und bleibt unlesbar, obwohl es alle nützlichen Angaben zum Film wie Regie, Titel, Drehbuch usw. zur Verfügung stellt.

Mit der Originalschrift möchte der Künstler seine Loyalität gegenüber dem Thema unterstreichen, mit welchem er sich in seiner persönlichen Neubearbeitung des Kinos auseinandersetzt, ohne die Ikonographie zu verwenden, um seine Popularität auszunutzen. So beschäftigt er sich immer schon mit den zeitgenössischen Ikonen, die der kollektiven Vorstellung angehören, und die ihn zum Nachdenken anregen. Doch in diesem Fall ist es vor allem seine Liebe zum deutschen Kino, der Dorigo seine persönliche und leidenschaftliche Ehrerbietung bezeigen wollte, und zwar indem er mit seinen eigenen Mitteln in seiner Arbeiten informale Zeichen, New-Dada-Verschmelzungen und Anspielungen an Pop-Art abwandelt.

Gianni Dorigo beginnt Ende der sechziger Jahre zu malen. Seine erste Einzelausstellung 1974 zeigt er in der Galerie Inquadrature, einem geschichtlich bedeutungsvollen Florentiner Ausstellungsraum. Seitdem nimmt er an wichtigen italienischen Kunstausstellungen teil, unter denen u.a. die Quadriennale in Rom. Nach zehn Jahren seiner Suche wendet er sich den Themen und Bildern des Kinos zu.

Kontakt

Letizia Fiori

immaginaria arti visive gallery
walter bischoff galerie
Linienstr. 121, 10115, Berlin
Tel/Fax: +49 (0)30 60924258
Mobil: +49 (0)17667070498
www.galleriaimmaginaria.com