Mit dem Zuzug junger, israelischer Künstler geht eine wachsende Auseinandersetzung mit Berlins kulturellen Vermögen einher. Erneut ermöglicht die Interaktion mit der Stadt hier einen Bogen zu schlagen zwischen alter, europäischer Ästhetik und zeitgenössischer, visueller Kultur aus Israel.
Ausstellung in Berlin
Die Begegnung israelischer Künstler mit Deutschland trägt einen emotional-aufgeladenen Komplex in sich: Obgleich sie beispielsweise institutionell ein europäisch-geprägtes Bildungssystem durchlaufen haben, findet die Zusammenkunft mit Europa noch immer nicht losgelöst von der Erfahrung von Otherness statt
Besonders im Zuge der spezifischen Begegnung mit dem deutschen Kulturraum verschärft und formt sich die Frage nach der eigenen Identität.
Bildende Kunst
Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten deutsche Künstler und Wissenschaftler sowohl in emotionaler als auch auf vermeintlich objektivem Wege die Essenz „des deutschen Wesens“ zu definieren. Aus dem pseudo-wisschenschaftlichen Prozess ging 1929 u.a. August Sanders Fotoatlas „Menschen des 20. Jahrhunderts“, eine vormals bahnbrechende Typologie über sieben kategorische Profile der Gesellschaft in der Weimarer Republik, hervor.
Freunde der Kunst
Junge, israelische Künstler beschäftigen sich in der bevorstehenden Ausstellung Die deutsche Natur der Sachen mit diesem Diskurs aus jener kritischen Distanz einer Außenseiterposition.
Durch die ironische Aneignung der visuellen Sprache zeitgenössischer Fotographie gelingt ihnen die Reflexion der eigenen Identität im Spiegel eines Anderen.
Ateliergemeinschaft Milchhof e.V.
Schwedter Str. 232
10435 Berlin
mail pavillon@milchhof-berlin.de


Eine Gruppenausstellung mit Fotographien junger israelischer Künstler in Berlin; (c) Pavillon am Milchhof