Anna-Maria Sommers Einzelausstellung bei Art Claims Impulse vereint eine Serie von Arbeiten, die sich Themen widmen, die spätestens seit der Antike eine stetige Brisanz und Attraktion entwickelt haben und seither einen ungebrochenen Diskurs befeuern. Einerseits geht es dabei um den komplexen Ursprung und der Entstehung von Schönheit an sich, der Idee der (weiblichen) Schönheit, um Fragilität, Unnahbarkeit und Stärke. Andererseits handeln die Arbeiten gleichzeitig von Missbrauch, Zerstörung, und von den Abgründen die damit verbunden sind.
Der Künstlerin gelingt es den Diskurs sowohl ästhetisch als auch inhaltlich weiter zu entwickeln, indem sie selbst als Darstellerin in den Arbeiten erscheint und bewusst mit der vorhandenen Symbolik und den kunsthistorischen Referenzen spielt. In den Arbeiten, die sich auf klassische Figuren beziehen, wie etwa in „Birth of the Modern Venus“ oder „Penthesilea“, erkennt man Referenzen zu Künstlern der Antike, sowie zu Botticelli, jedoch auch zu Installationen von Dash Snow und zur Performancekunst einer Marina Abramovic oder einer Tracey Emin. Dabei verleiht sie ihnen einerseits Sinnhaftigkeit und erkennt sie an - andererseits bekämpft sie sie, überlädt sie und/oder untergräbt sie.
Denn die Künstlerin lässt die Themen und Referenzen aufeinanderprallen, an manchen Stellen roh und unverblümt - eine offene Wunde zur Schau stellend – an anderen Stellen wieder subtil und vieldeutig, ohne sich klar zu positionieren. Der Reiz liegt dabei nicht nur in der Kontroverse, sondern auch darin, dass die visuell ansprechenden Arbeiten einen vermeintlich leichten Zugang zu komplexen Thematiken eröffnen - dabei jedoch mehr Fragen stellen als sie beantworten.
Das Datum der Ausstellungseröffnung selbst – der 21 Dezember 2012 – ist bewusst gewählt worden, denn es dient als Projektionsfläche für Zäsur, für einen Höhepunkt und ein Ende, in dem sowohl düstere Endszenarien als auch Erlösung mitschwingen, Zerfall und Schönheit – eine Zäsur die das Ungewisse, sowie die Hoffnung eines Neubeginns in sich birgt.
The Birth of the modern vernus
'The Birth of the Modern Venus' ist eine Multimediaperformance, welche Elemente aus klassischer und elekronischer Musik, Video, Film, Performance und Installation vereint. Es wird die scheinbar einfache Frage Was ist Schönheit?, gestellt.
Das Paradox des entblößten Körpers wird offenbar. Der Akt als Kunstform ist geschlechtslos und wird idealisiert, während die sexuelle Nacktheit provoziert und verstört. Venus vereint beides und ist somit anziehend und abstoßend zugleich. Grausamkeit und Gewalt gehen einher mit Harmonie und Anmut.
SHE COULDN'T MOVE
SHE COULDN'T BREATHE
BUT SHE WAS VERY BEAUTIFUL
LIVING IN THAT PRISON OF BEAUTEOUSNESS
MADE HER SICK
SHE TRANSFORMED INTO A PARANOID ALIEN, UNABLE TO BE HUMAN
BUT HOW CAN I BECOME HUMAN AGAIN?
HOW DO YOU DEFINE BEAUTY?
WHO WILL ANSWER MY QUESTIONS?
THANKS GOD I'M REAL, I'M REAL FLESH, I'M REAL BONES, I AM A SPIRITUAL BEING.
I AM FREE AND I ALWAYS WAS. ALL ILLUSIONARY BOUNDARIES DISAPPEAR.
AND I'M LIVING, BREATHING IN THIS ETERNAL MOMENT OF LIFE AND DEATH.
DEPRESSION FOLLOWS ME
DAY AND NIGHT - NIGHT AND DAY
NO ESCAPE
I'M DRIFTING
SHAMELESSLY AIMLESS - AIMLESSLY SHAMELESS
I'M MASTURBATING DAY IN DAY OUT
NOW I CAN LET GO
THERE IS NOTHING I HAVE TO BE AFRAID OF. NOTHING.
EVERYBODY LEFT ME AND SO DID I
I LEFT EVERYBODY AND SO DID THEY
NOW I CAN LET GO
THERE IS NOTHING I HAVE TO BE AFRAID OF. NOTHING.
MRS DEATH FOLLOWS ME
DAY AND NIGHT - NIGHT AND DAY
TELLING ME STORIES OF SEX AND DELUSION
CREATING CONFUSION ABOUT A SICK ILLUSION
SHE COULDN'T MOVE
SHE COULDN'T BREATHE
BUT SHE WAS VERY BEAUTIFUL
LIVING IN THAT PRISON OF BEAUTEOUSNESS
MADE HER SICK
SHE TRANSFORMED INTO A PARANOID ALIEN, UNABLE TO BE HUMAN
BUT HOW CAN I BECOME HUMAN AGAIN?
HOW DO YOU DEFINE BEAUTY?
WHO WILL ANSWER MY QUESTIONS?
THANKS GOD I'M REAL, I'M REAL FLESH, I'M REAL BONES, I AM A SPIRITUAL BEING.
I AM FREE AND I ALWAYS WAS. ALL ILLUSIONARY BOUNDARIES DISAPPEAR.
AND I'M LIVING, BREATHING IN THIS ETERNAL MOMENT OF LIFE AND DEATH.
Die Künstlerin Anna Maria Sommer widmet sich in dieser Multimedia-Performance der antiken Figur Penthesilea. Inspiriert durch Heinrich von Kleists gleichnamigem blutigem Drama, verbindet sie Performance, Livemusik, Installationen und Videos zu einer assoziativen Reflexion über die apokalyptische Gesellschaft der Gegenwart.
Dieser erste Teil einer neuen Trilogie läßt den Zuschauer in die Welt des kollektiven Unterbewussten und in die Abgründe menschlicher Sexualität eintauchen. vimeo.com/29771760
ANNA-MARIA SOMMER | Blood • Sperm • Tears
Fotografie | Video | Performance
Eröffnung: Freitag, 21.12.2012 um 19:00 Uhr
Ausstellungszeitraum: 22.12.2012 – 26.01.2013
Die – Sa 14:00-19:00 Uhr
ART CLAIMS IMPULSE
Contemporary Fine Arts
Lübbener Str. 5, 10997 Berlin
www.art-claims-impulse.com


1) The Birth of modern venus (c) Anna-Maria Sommer
2) The Birth of modern venus (c) Anna-Maria Sommer
3) Venus, Foto: Zeynep Akbal (c) Anna-Maria Sommer
4) Penthesilea, Foto: Anton Andalus (c) Anna-Maria Sommer
5) The Birth of modern venus (c) Anna-Maria Sommer
6) Venus, Foto (c) Anna-Maria Sommer
7) The Birth of modern venus (c) Anna-Maria Sommer