Gesellschaft Freunde der Künste

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"Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt"

Ausstellung in Berlin: Akteurin im Krieg - Fotografin Anja Niedringhaus "At War" bis zum 4.12.2011

Ihre Fotos kennt man, ohne es zu wissen. Sie erscheinen weltweit auf den Titelseiten von Tageszeitungen und Zeitschriften und prägen tagtäglich unser Bild von Krisen und Kriegen. Ob Kroatien, Serbien, Kosovo, Bosnien, Irak, Afghanistan, Libyen oder Israel – seit 20 Jahren fotografiert Anja Niedringhaus mit eindringlicher Schonunglosigkeit das Leid und Elend weltweit.

Als eine der wenigen Frauen in diesem speziellen Bereich der Reportagefotografie dokumentiert sie die menschlichen Tragödien und tiefen Spuren, die die Gewalt hinterlässt. Auf ihren Einsätzen fotografiert Anja Niedringhaus keine Szenen, vielmehr steht sie mittendrin, ist Akteurin im Krieg.

Wie sind diese Exremsituationen bzw. das Dilemma der Kriegsberichterstattung zwischen Eingreifen und Fotografieren auszuhalten? Die Kamera schafft Distanz und ist auch ein großer Schutz. Die Konzentration auf ihre Aufgabe schirmt Anja Niedringhaus gegen die Eindrücke ab. Andererseits hat sie Verletzte ins Krankenhaus in Sarajevo gefahren, weil nur sie noch über die Vereinten Nationen an Benzin gekommen ist. Erst hinterher bemerkte sie, dass sie kein einziges Foto geschossen hatte.

C/O Berlin präsentiert erstmals in Berlin eine Ausstellung mit ca. 40 Schwarz-Weiß-Fotografien von Anja Niedringhaus aus den letzten zehn Jahren. Die Ausstellung wurde von Anne-Marie Beckmann, Art Collection Deutsche Börse, und Felix Hoffmann, C/O Berlin, kuratiert und wird Anfang 2012 im neuen Unternehmenssitz der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Hatje Cantz mit Texten von Jean-Christophe Ammann, Ulrike Demmer, Santiago Lyon und Felix Hoffmann.

 

Anja Niedringhaus, geboren 1965 in Höxter in Westfalen, arbeitete zunächst für die European Pressphoto Agency (EPA) in Frankfurt und seit 2002 für die Associated Press (AP), die in Genf ansässig ist. Sie war bei allen großen Konflikten im Einsatz – vom Balkan in den 1990er-Jahren bis zu den Kriegen im Irak, in Afghanistan und Libyen. Sie fotografiert nicht nur Krisen und Kriege, sondern auch Sport und politische Ereignisse. Anja Niedringhaus hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. mit einem Team von Associated Press Fotografen im Jahr 2005 den Pulitzer Preis in der Kategorie ‘breaking news’ für ihre Berichterstattung aus dem Irak und den International Women’s Media Foundation’s Courage in Journalism Award.

 

Kontakt

Mirko Nowak
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