„Wenn man aus dem Unbewussten heraus malt, müssen zwangsläufig Figuren hervortreten“ – „When you’re painting out of your unconscious, figures are bound to emerge“, sagte Jackson Pollock in einem berühmten Gespräch mit Selden Rodman 1956.
Mit dem amerikanischen Maler verbindet man jedoch üblicherweise die abstrakten drip paintings. Das in Umfang und Bedeutung signifikante figurative Werk, das er davor schuf, und die figurativen Gemälde, in welche die Dripping-Phase mündete, sind dagegen viel weniger bekannt. Die grosse Sonderausstellung im Kunstmuseum Basel widmet sich weltweit zum ersten Mal diesem spannungsreichen Kapitel der Kunstgeschichte.
Jackson Pollock im Kunstmuseum Basel
1949 wurde Pollock durch einen Bericht im Life-Magazin mit dem Titel „Is he the greatest living painter in the United States?“ über Nacht zum Superstar. Vor allem die grossformatigen ungegenständlichen Bilder passten in einer Zeit, als die USA die abstrakte Kunst als das Idiom des freiheitlich-demokratischen Amerika propagierte. Der figurative Pollock trat in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund.
Ausstellung in Basel
Die Ausstellung gibt einen repräsentativen Überblick über Pollocks künstlerische Entwicklung als figurativer Maler von der Mitte der 1930er- bis zu den 1950er-Jahren. Insgesamt sind rund 100 Gemälde und Arbeiten auf Papier zu sehen, neben wichtigen Arbeiten aus Privatsammlungen auch hochkarätige Werke aus Museumssammlungen in Europa, Japan, Australien und den USA.
Kunstmuseum Basel
02.10.2016 – 22.01.2017 | Neubau, 2. Obergeschoss
Kuratorin: Nina Zimmer


Stenographic Figure um 1942, The Museum of Modern Art, New York, Mr. and Mrs. Walter Bareiss Fund, Foto: © 2016 Digital Image MoMA, New York/Scala, Florenz