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gehört zu den eigenwilligsten Persönlichkeiten der Kunstszene

Ausstellung in Baden Baden: Die umfassende Retrospektive William N. Copleys im Museum Frieder Burda präsentiert über 80 Werke des Amerikaners

Die umfassende Retrospektive Copleys im Museum Frieder Burda präsentiert über 80 Werke des Amerikaners. Ein Großteil der ausgestellten Arbeiten stammt aus dem Nachlass des Künstlers, viele davon werden in Baden-Baden zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Auch der umfangreiche Werkkomplex des Künstlers, der sich in der Sammlung Frieder Burda befindet, wird in der Ausstellung erstmals vollständig präsentiert.

 

William N. Copley (1919-1996) ist als Galerist, Künstler, Schriftsteller und Verleger seit Mitte der 1940er Jahre ein wichtiger Vermittler zwischen den Surrealisten und der Pop-Art-Bewegung und gehört zu den eigenwilligsten Persönlichkeiten der Kunstszene.

 

Der vermögende Erbe mit ungewöhnlicher Vita wird nach kurzem Studium in Yale und Militärdienst in Europa Künstlerautodidakt mit einer Affinität zum Surrealismus und dessen Protagonisten. In einem Intermezzo als Galerist in Beverly Hills zeigt er zwischen 1948 und 1949 die Matadore des von Europa in die USA importierten Surrealismus wie Man Ray, Yves Tanguy, Roberto Matta, Max Ernst oder René Magritte. In dieser Zeit legt er den Grundstein seiner eigenen Kunstsammlung, die sich im Lauf der Jahre zu einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen surrealistischer Kunst entwickelt. Nach der Zeit als Galerist wird er endgültig zum Künstler und macht das unaussprechliche CPLY zum Markenzeichen. Aus den in diesen Tagen geknüpften Künstlerkontakten entwickeln sich lebenslange Freundschaften. Vor allem die Beziehung zu Marcel Duchamp und Man Ray prägt seine Entwicklung als Mensch und Künstler. Duchamp ermutigt ihn in seinen künstlerischen Anfängen zum Weitermalen. Mit einer eigens gegründeten Stiftung wird Copley auch als Mäzen aktiv, der beispielsweise den jungen Richard Hamilton 1960 mit dem Preis für Malerei auszeichnet.

 

Obwohl die Surrealisten sein Kunstinteresse geformt haben, hält er Distanz zu deren Ideen und Theoriegebilden. Dafür errichtet er René Magritte, Marcel Duchamp, Francis Picabia und nicht zuletzt Andy Warhol bizarre bildnerische Denkmale, und die so Geehrten revanchieren sich, indem sie ihn, der sie bewundert und sammelt, ihrerseits unterstützen und fördern. Tatsächlich aber vermögen seine Idole den angehenden Pop-Artisten nur bedingt zu inspirieren. Bereits vor seinem Paris-Aufenthalt in den 1950er Jahren beginnt er sich stilistisch und inhaltlich von ihnen loszusagen.

 

Copley setzt sich in seinen Bildern auf ironische Weise mit dem erotischen Spiel zwischen Mann und Frau in all seinen Facetten auseinander und thematisiert die Absurdität der Amouren und Verbrechen, des Starrummels und der Markengläubigkeit. Gekonnt spielt der Arrangeur des Doppelbödigen mit der voyeuristischen Erwartungshaltung des Betrachters. Mit anzüglicher Verve inszeniert er eine bunte Commedia dell’Arte und huldigt den bewegenden Kräften des Eros. Kein anderer widmet sich der Lust derart lustig, dem Komischen so nahe am Comic und dem Geschlechterreigen dermaßen geschlechtsspezifisch wie Copley. Sein weitgehend konstantes Inventar an irrwitzigen Bildformeln stellt Copley schon früh zusammen. Ein Künstlerleben lang hält er nicht nur seinen kuriosen Sujets, sondern auch einer raffiniert gesteuerten Kunstlosigkeit die Treue.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog mit Texten von Götz Adriani, Georg Baselitz, Billy Copley, Judith Irrgang, Man Ray, Andy Warhol sowie einer Vielzahl bisher unveröffentlichter Aufsätze William Copleys. Kehrer Verlag Heidelberg – Berlin, 256 Seiten, 180 Abbildungen, Sonderpreis im Museum: 29 Euro.

Kurator der Ausstellung ist Götz Adriani.

bis 10.6.2012

Koppelstätter Kommunikation
Friedrichstraße 2
7
76530 Baden-Baden

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