Bad Kissingen: Vom 3. März bis 28. Mai präsentiert die Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH zusammen mit der ev.-luth. Erlöserkirche im Rahmen der Kissinger Osterklänge 2012 einen der außergewöhnlichsten Bildhauer unseres Landes, den Träger des aktuellen Oberbayerischen Kulturpreises, Andreas Kuhnlein. Er wurde bekannt als Schöpfer der „Zerklüfteten“, d.h. jener einzigartigen mit der Kettensäge gestalteten Skulpturen, deren Besonderheit zerklüftete, energiegeladene Oberflächen sind, die als Spiegelbild unserer Gesellschaft gesehen werden können.
„Bilder des Menschen“ lautet der Titel der spektakulären Präsentation in Bad Kissingen. Zu bestaunen sind Menschengestalten, denen der Künstler als zerklüftete Gefühlsbilder wahrlich markant begegnet. Andreas Kuhnlein betrachtet den Baum als wesenhafte Erscheinung und Synonym für den Menschen. Der Bildhauer entlockt Harthölzern von toten und entwurzelten Bäumen ein Menschenbild, das von Verletzlichkeit und Vergänglichkeit geprägt ist. Er greift in ihnen grundlegende menschliche Themen auf, die nachdenklich machen und herausfordern. Das Holz, lediglich mit der Kettensäge bearbeitet, zeigt sich in seiner Vergänglichkeit, und wird durch das menschliche Antlitz zugleich beseelt. Das zerklüftete Holz provoziert Schatten, das Licht belebt die Figur und zeichnet Maserungen nach. Kontraste können sich verringern oder verschwinden gänzlich und gleichzeitig verstärken sie sich aus einem anderen Betrachtungswinkel - eine Wechselwirkung entsteht. Der Betrachter ist eingeladen, den unterschiedlichen „Menschenbildern“ in der Erlöserkirche, der Wandelhalle und im Kurgarten zu folgen, wo die verschiedenen Bildwerke zu sehen sind.
Andreas Kuhnlein, geboren 1953 im Bayerischen Chiemgau, ist seit 1983 als freischaffender Bildhauer tätig. Bis 1996 waren abstrakte Objekte, Naturraumgestaltungen, Tischbildnisse und Porträts aus Holz, Bronze sowie Stein sein Hauptbetätigungsfeld. Seit 1996 widmet er sich ausschließlich der Schaffung expressiver Skulpturen aus ganzen Stämmen und damit seinen „Menschenbildern“. Mit beispielhaftem Erfolg - und großem Wirkungskreis. Verständlich will er sein, ohne Umschweife im Ausdruck. Und nachhaltig.
Kuhnleins bekannteste Werke sind die vielfach ausgestellten „Stellvertreter“, archaische Skulpturen aus Esche, die 2002 geschaffen wurden, sowie die 2003 für den Märtyreraltar der Dresdner Hofkirche fertig gestellte Skulpturengruppe "Befreiung". Dem Bildhauer wurden unter anderem die künstlerische Begleitung zweier Landesausstellungen und die Gestaltung des Andachtsraumes im Berliner Bendlerblock 2007 übertragen.
Kuhnleins Werke waren in über 140 Einzelausstellungen sowie bei mehr als 120 Ausstellungen in 13 Ländern zu sehen. Zahlreiche Skulpturen befinden sich zudem im öffentlichen Raum: u.a. im Bayerischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, im Berliner Stadtmuseum, am Flughafen München, im Kulturpark Teachong Lake/Südkorea, im Skulpturenmuseum in Den Haag und im Musée de la Civilisation in Quèbec. 2005 wurde Kuhnlein eine Professur an der Kunstakademie in Luoyang/China verliehen und 2009 ist er Kulturpreisträger des Bezirks Oberbayern.
Die Vernissage findet am Samstag, 3. März um 15:00 Uhr in der Erlöserkirche statt. Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen. Freitags gibt es einen Rundgang mit Blick in die Ausstellung. Treffpunkt ist jeweils um 15:00 Uhr in der Erlöserkirche.
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