Gesellschaft Freunde der Künste

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Installation, Film und Zeichnungen

Ausstellung der Künstlerin Christine Schiewe: "WIR WERDEN VERFOLGT" bis zum 2.9.2010 in Dresden

Mit Christine Schiewe (*1978 in Nürnberg) ist eine Künstlerin im Projektraum am Weißen Hirsch der Galerie Grafikladen zu Gast, die sich vorrangig auf konzeptioneller Ebene mit gesellschaftspolitischen und sozialen Fragestellungen auseinandersetzt.

In WIR WERDEN VERFOLGT zeigt Schiewe Zeichnungen, Filme und Installationen, die im weitesten Sinne die Implosion von Beziehungsgefügen aufgreifen. Freundschaft und Verrat sind zentrales Thema in Schiewes poetisch-abstrahierten Arbeiten.

Vor dem Hintergrund der tatsächlichen Geschichte der Malerin Cornelia Schleime und des Schriftstellers Sascha Anderson sucht die junge Dresdner HfBK-Absolventin nach künstlerischen Antworten auf die Frage nach den Strategien, die wir entwickeln, um die eigene Tarnung aufrecht zu erhalten. – Wie kann mit biografischen Brüchen umgegangen werden?

So spielt zwar Sascha Anderson, der zu DDR-Zeiten als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit die nonkonforme Künstlerszene vor allem in Dresden und Berlin bespitzelte, als Figur eine Rolle in Christine Schiewes Arbeiten, doch geht es ihr hierbei nicht um eine plakative Darstellung des Verrats und des Gefühl des Verraten-Seins. Die künstlerischen Mittel, die Schiewe wählt und einsetzt, sind eher subtiler Art. In der Videoarbeit 'NO VAL IS II' (2009) ist beispielsweise lediglich ein unscharfes Portrait eines Mannes zu sehen, eine fotokopierte Fotografie Andersons. Eine Hand mit Radiergummi bewegt sich radierend mehrere minutenlang über das Portrait. Danach fließen Wasserrinnsale über die Fotokopie.

Ein Pinsel kommt ins Bild und weicht in drehenden Bewegungen die Fotokopie auf. Es verbleibt ein weißes Blatt Papier mit einem Loch in der Mitte und aufgeweichten verwaschenen Papierresten um das Loch herum.

Wie Schiewe hier in dieser Videoarbeit mit einfachsten Mitteln die 'Auslöschung' einer Identität vorführt, ist auch in ihren weiteren Arbeiten Programm, wenn sie ganz lapidar Schnurrbärte zeichnet, und damit auf den Identitätenwechsel des IMs anspielt.

Film, Zeichnungen, Skizzen, Porzellanmalerei und Mixed Media-Arbeiten fügen sich so zu einer komplexen raumgreifenden Installation, die auf unterschiedlichen Material- und Bedeutungsebenen das Thema Verrat und Freundschaft auch über die exemplarische Geschichte von Schleime und Anderson hinaus darstellbar machen und in die heutige Gegenwart übersetzen. Die konzeptionelle Idee und deren assoziative, spielerische Umsetzung in eine eigene Bildsprache ist Schiewes Anliegen.

Kontakt

Galerie Grafikladen

Plattleite 66 I 01324 Dresden

galerie@grafikladen.com

Link

http://www.grafikladen.com/g_laden/galerie/ausstel/aktuell.htm