Unter dem Titel „Das Ich im Anderen“ präsentiert das Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum im Pflegschloss in Schrobenhausen diese Arbeiten in zwei großen Ausstellungen.
"Das Experiment", "Das ich im Anderen"
Einleitende Worte von Verena Ebner von Eschenbach
Die Begegnung
2 Künstler nehmen vor 2 Jahren zum ersten Mal Notiz voneinander.
Die Idee
Er ist Maler und Bildhauer, sie ist Malerin. Beide beschließen, sich gegenseitig
zu portraitieren.
Das Experiment
Es entstehen Studien, die ersten Arbeiten begeistern.
Matthias Gangkofner und Babette Brühl begeben sich auf eine spannende
Reise in ‚Das Ich im Anderen’. Sie begegnen in den darauf folgenden Monaten 8 weiteren Künstlern, die ebenso inspiriert sind von diesem bislang einzigartigen Gedanken:
10 Künstler, Männer und Frauen, werden sich alle gegenseitig portraitieren.
Sie gründen im Mai diesen Jahres die gruppe:zwanzig:zehn
Es beginnt ein Projekt, das in dem Ausmaß und in dieser Qualität der Arbeiten
vollkommen fasziniert, denn das hat es in dieser Art in der Geschichte
der Kunst noch nicht gegeben. Blick auf zwei historisch bedeutsame Begriffe
Das Portrait
aus dem Französischen ‚Bildnis’, bezeichnet es ein Genre in der Kunst.
Der Mensch ist dabei Gegenstand der Abbildung. Neben der Darstellung
körperlicher Ähnlichkeit sollte auch das Wesen und die Persönlichkeit
Ausdruck erlangen. Das Portraitieren hat bis heute einen ganz wesentlichen Aspekt: Das sich erinnern an einen Menschen, an seine Persönlichkeit und an
diesen bestimmten Moment in seinem Leben.
Die Gruppe
Ein offener oder fester Zusammenschluss namhafter Künstler mit ähnlich
denkendem Ansatz.
Ziel ist es mit anderen Künstlern in Kontakt zu stehen, um neue Wege
in der Kunst zu gehen und auf ein gemeinsames Denken im politischen,
gesellschaftlichen oder kunstorientierten Sinne hinzuweisen.
Ob in der angewandten Kunst, in der Bildhauerei, in der Malerei, im Design
etc., überall gab es Künstlergruppen. Besonders in Erscheinung traten sie im
19. Jahrhundert, wie z.B. die Brücke 1905, der blaue Reiter 1911, oder die
Dresdner Sezession 1919 und Cercle de Carée 1929. Seit Jahrhunderten
finden sich im europäischen Raum Kunstschaffende zusammen.
Das Ziel
Den Zusammenschluss von 10 freischaffenden Künstlern zu fördern,
die hauptberuflich, generationsübergreifend arbeiten und sich gegenseitig
darstellen, um dabei das Ich im Anderen zu entdecken und zu bereisen.
Bei dieser Auseinandersetzung entstehen Arbeiten in verschiedensten
Techniken aus der Malerei und Grafik, aus der Zeichnung und der
Fotografie, sowie aus der Bildhauerei.
Die Künstler stellen sich der Herausforderung:
‚Der Wahrheit näher zu kommen als dem Schein der Wirklichkeit.’
‚Der wandelbaren Natur ein Schnippchen schlagen und das Vergängliche
festhalten und überdauern lassen.’
‚Das eigene Sein durch den Anderen ins rechte Licht rücken.’
‚Das Leben übertrifft jede Fiktion.’
‚Warten oder gleich anfangen, das Unbekannte zu bannen?’
‚In den Modellen die tiefere Wahrheit entdecken.’
‚Das vom Künstler Gefühlte beim Anderen.’
‚Das Portrait wird zum Spiegel unseres Selbst und darf sich nun erlösen.’
,In this experience, the role of , I ‘ are completed, discovered by another ,I’s .’
‚Können Portraits, das heißt der Blick auf Andere, einen gesellschaftlich
relevanten Impuls geben, der zur Auseinandersetzung über unser
Menschsein beiträgt?’
Alle 10 Künstler verbindet ein Ziel: Sich dem Ich im Anderen anzunähern.
Im Februar 2011 wollen wir 10 mal 11 Werke der gruppe:zwanzig:zehn
zeigen.
Dazu soll eine Katalogpräsentation im Münchner Künstlerhaus am
Lenbachplatz statt finden.
Zur selben Zeit wird die eigentliche Ausstellung „Das Ich im Anderen“
in einer Ausstellung in Räumen, die ausreichend Platz bieten für 110
Arbeiten, eröffnet.
10 Statements, 10 mal 3 Werke
Die hier gezeigten Arbeiten stellen jeden Künstler einzeln vor.
Es handelt sich generell noch nicht um die Werke, die in der Ausstellung
gezeigt werden.
Die gruppe: 20:10 ist eine gründung von zehn künstlerinnen und künstlern aus den unterschiedlichsten bereichen der bildenden kunst,die sich hier einzig der umfangreichen aufgabe stellen, sich gegenseitig und selbst zu portraitieren.
Enstanden sind über hundert bildnisse, die in ihrer komplexität nicht unterschiedlicher sein könnten - und dennoch werden sie, zehn x zehnmal, virtuos von der persönlichkeit des einzelnen getragen. ein projekt in solch einem umfang sucht seinesgleichen und stellt in seiner dimension ein sehr seltenes experiment dar.
Unter dem titel gruppe: 20:10 - das ich im anderen - wird das münchener künstlerhaus am lenbachplatz in zusammenarbeit mit dem städtischen museum im pflegschloss in schrobenhausen diese arbeiten in zwei großen ausstellungen präsentieren.
Die gruppe: 20:10 sind die künstler: babette brühl,malerei, jiyun cheon,malerei, daniela elger,fotografie, matthias gangkofner,zeichnung, hubertus hamm,konzeptionelle fotografie, nikolai karo,fotografie, franz leschinger,sculptur, thomas pakull,der mit den scherenhänden, tibor pogonyi,malerei, friederike just,malerei.
Tibor Pogonyi
Das Ich im anderen
Ich suche in den Menschendarstellungen nach Zusammenhängen zwischen
Erscheinung und innerem Geschehen. Ich versuche in meinen Modellen eine
tiefere Wahrheit zu entdecken.
Das Projekt „Das Ich im anderem” ermöglicht mir diese Suche fortzusetzen.
Es gibt östliche pholosophische bzw. Religiöse Richtungen, nach denen die
ganze Welt eine Einheit bildet. In Sanskrit heisst es: „Tat wam asi”- das bist
Du.
Jesus sagt seinen Jüngern: ihr lebt in mir und ich in euch.
Das Projekt bietet eine Möglichkeit die seelische und psychologische Wahrheit
dieser Sätze nachzuvollziehen auf bildnerischer Ebene.
Diese Arbeit ist ein innerer Prozess. Da es sich um bildnerische Gestaltung
handelt, wird es aber auch ein Resultat im Äusseren bzw. im Sichtbaren
geben.
Es wird persönlich für mich sehr interessant sein, die Sichtweise der anderen
Künstler zu erfahren.
Jiyun Cheon
Ich im Anderen
My works are an outgrowth from experience with the others who stamped
in me as a different form of „I“.
In this experience, the role of ‚I‘ are completed, discovered by another ‚I‘s.
This project ‚Ich im Anderen‘ is a continuation of my work, in the other side,
an art documentary to explain the process of communication and exchange
between ‚I‘(watcher) and another ‚I‘(watched), and also a Reserch to figure
out the result of reflection from „I‘ to another „I“.
Babette Brühl
Das Experiment
Der Auftrag ein Künstlerportrait zu erstellen kommt einem Forschungsauftrag
gleich: Ich begebe mich in ein Atelier, den Käfig einer hoch entwickelten
Spezies, die mich willkommen heißt, sich intensiv mit ihrer Eigenartigkeit
auseinander zu setzen.
Werde ich mich in dem Portrait dieses Anderen erkennen?
Wird sich der Andere in seinem Portrait erkennen?
Erkennen die anderen mich und/oder ihn?
Inwieweit stimmt ein Selbstportrait mit denen der anderen von mir überein?
Gibt es eine gemeinsame Sicht auf einen Menschen – des Pudels Kern?
Finden wir in den Werken eines Künstlers, in seinen Portraits, ein verbindendes
Thema? Produziert er übereinstimmende Antworten, stellt er
ähnliche Fragen?
Wie drückt sich der Stil eines jeden Künstlers aus und was bewirkt er im
Ausdruck?
Ist die Haut (neben den Augen) der Spiegel unserer Seele? Wie reflektieren
wir Licht? Wie lebendig/ einzigartig macht uns das Hell bzw. Dunkel?
Inwieweit sind wir Künstler auch Schöpfer? Inwieweit ist ein Portrait neu
oder nur Darstellung von etwas das bereits existiert?
Bin ich als Künstler in der Lage, einen Gedanken, die Interpretation eines
Gegenstandes bzw. eines Menschen in Form zu verwandeln, die ungewöhnlich
ist und zugleich vertraut?
Ist Wahrnehmung ein schöpferischer Akt? Kann ich überhaupt etwas „Objektives “ malen, oder ist das, was ich darstelle, immer nur subjektiv, einfach
deswegen, weil meine Wahrnehmung so begrenzt ist?
Bin ich als Künstler noch begrenzter, weil subjektiver?
Können wir als Künstler das Unfassbare im Anderen fassbar machen?
Können Portraits, das heißt der Blick auf Andere einen gesellschaftlich relevanten Impuls geben, der zur Auseinandersetzung über unser Menschsein
beiträgt?
„Kunst ist die Wiedergabe dessen, was die Sinne in der Natur durch den
Schleier der Seele erkennen“. Edgar Allan Poe
Matthias Gangkofner
Über das Portrait
Es gibt zwei Möglichkeiten zu sterben, du gehst und bist weg, oder, du gehst und bleibst; …wie etwa die Venus von Willendorf, oder der Boxer von Appolonius, Kaiser Karl V. durch Tizian, King Charles I. durch Van Dyk, Voltaire durch Houdon, nicht aber Goethe durch Tischbein, aber Jeanne Vaderin durch Matisse aber auch nicht Ludwig durch Breker dafür aber Wagner und Dali durch Breker, Anette Kolb durch Wimmer aber nicht Gerhard Schröder durch Immendorf, W.H. Auden durch David Hockney und David Hockney durch Lucian Freud…
Als ich Ende der 1970er Jahre meine ersten Portraits zeichnete und modellierte,
stand dieses Metier noch unter Totalitarismusverdacht. Immer noch beherrscht
durch die Postulate der Darmstädter Gespräche Ende der 50er Jahre. Verständlicherweise wünschte man nach dem Zweiten Weltkrieg einen Neuanfang. Am Ende „jener zwölfjährigen Kulturfinsternis“ (R. Geiger) wurde nun mit Eloquenz und simulierter Fachkompetenz zwar nicht das Ende der Kunst ausgerufen, wie es Hegel 120 Jahre zuvor tat, aber denn doch ihre radikale Erneuerung definiert. Und das ging in die Abstraktion! „Formtrieb statt Nachbildung“ und ihrer Systeminternen Qualitätsdebatten. Heute fast ein Halbes Jahrhundert später, nach einigen historischen Reflexionen, ist der Kunstbetrieb reifer und vielgestalter. Sätze von damals, wie jener von Baumeister.. „Nur insofern Kunst nicht abbildet, ist sie werthaltig!“..
regen heute zum Schmunzeln an und gelten jetzt im neuen Jahrtausend
als geschichtsblinde Typisierungen.
Das Portrait ist heute wieder rehabilitiert und hat seinen Platz im großen
historischen Kontext und ist vielleicht leider auch schon wieder in Mode. Hinzu
kommen neue und fantastische Möglichkeiten der Reproduktionstechnik, zweiwie dreidimensional, aber mit oft zweifelhaften Ergebnissen. Der herausragede und lang erwartete Versuch des Fraunhofer-Institutes, mit Lasertechnik den lebenden menschlichen Kopf dreidimensional zu vermessen und diese Datensätze dann mit feinst gekoppelter CNC-Fräßtechnik aus dafür speziell entwickelten, homogenen und werktreuen Kunststoffen, zu fräßen, erreichen einen geradezu verblüffenden Grad an Körperrealität. Und doch sind diese Ergebnisse merkwürdig.
Es sind gerade zu deprimierend herabhängende Materialfigurationen, die in ihrer Hyperrealität dennoch ohne Leben und ohne Seele sind. Deshalb bin ich sehr oft wieder bei den ältesten, einfachen aber bewährten Techniken, die es mir dann auch erlauben Gegenständlichkeit und Formtrieb zu koppeln, dass es mir möglich wird „der Wahrheit näher zu kommen, als dem Schein der Wirklichkeit!“ – (Winter).
Dann wächst das Gefühl für Individualität, das spezifische seines Gegenübers mit der eigenen Einstellung auf das wesentliche zu konzentrieren. Es ist einfach eine Sache der Haltung! Wenn es mir gelingt und das kommt sehr selten vor, wird es ein gutes Portrait und dann ist es auch unsterblich und vielleicht sogar Kunst.
Nikolai Karo
Das ich im Anderen.
Erkenne dich selbst,
lasst uns Spiegel für einander sein.
lasst uns in die Seele des Anderen blicken
um uns selbst darin zu erkennen.
Versuchen wir uns allem mit Liebe zu nähren.
Was wird uns dann mit uns geschehn ?
werden sie uns verlachen,
werden sie uns verletzen
werden wir verletzbar sein?
Wir erblicken uns
Wir erkennen uns
In der Seele des Anderen.
Das ist der magische Augenblick
So ist ein Portrait keine Abbildung
Sondern vielmehr ein Dialog zwischen
den Menschen und ihren Kulturen
ein Dialog, den wir führen wollen
weil er uns erkennen lässt
weil er uns hoffen lässt.
Mein ich wird zum du und du wirst zum ich.
Für einen kurzen Augenblick
kehrt Stille ein und du vernimmst den Ruf,
der dich wieder heimholt in die Wälder der Kindheit.
Rückkehr und Heimkehr
zum ‚Wir’, das sich in uns befindet
und immer befunden hat.
Das Portrait wird zum Spiegel
unseres Selbst und darf sich nun erlösen.
Thomas Pakull
Das ich im anderen
Das eigene Sein, durch den Anderen ins rechte Licht gerückt.
Den Anderen in den Schatten gestellt – oder: sich selbst in den
Schatten gestellt und den Anderen ins rechte Licht gerückt.
Wo kein Licht ist, kann auch kein Schatten sein.
Friederike Just
Was passiert mit mir? Wieviel Gramm wiege ich in Dir oder Du in Mir, wie
schnell habe ich dich ,wie langsam du mich,wie tief gehe ich in dir, welche
Farbe hat das Fremde, warte ich oder fange ich gleich an, das Unbekannte
zu bannen, sträubt sich etwas, zögere ich aus Furcht, muss ich reden ,bevor
ich male, schaue ich direkt- wird dies erwidert, was zieht mich an --- was
davon wird Bild?
Daniela Elger
Mein Anliegen ist die Suche nach der Essenz, nach der Seele der Dinge, dem
„Dahinter“, welches nicht nur mit einer Kunstform ausgedrückt werden kann.
Das gesamte Leben besteht aus Spiegelungen. Wir erfahren und entwickeln unser Selbstbild, unser Selbstbewusstsein, unser ICH, durch unsere Umgebung, unseren kulturellen und sozialen Kontext. Daraus bildet jeder Mensch seine eigene, für ihn gültige Wahrheit. Was passiert, wenn sich eine Schar bunt zusammen gewürfelter Individuen gegenseitig spiegelt, deren einzige Gemeinsamkeit in der künstlerischen Auseinandersetzung der Realität besteht?
Das Porträt beschäftigt sich in erster Linie mit der äußeren Hülle, doch in ihr
sind die Spuren und Erlebnisse eines ganzen Lebens enthalten. Mein Mittel zur
Darstellung wird bei der Suche nach ihnen in erster Linie die Kamera sein.
Quasi ein drittes Auge, das den vergänglichen, nicht wiederholbaren Moment für
die Ewigkeit oder doch zumindest für lange Zeit festhält. Ein Porträt hat immer
auch die Wirkung eines Manifests (lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“): Es
kann ertappen, enthüllen, huldigen, erniedrigen, verschleiern.
Im günstigsten Falle aber ist es für mich vor allen Dingen eines: ehrlich. Dabei
meine ich in erster Linie nicht die ästhetische Abbildung, sondern das von mir
Gefühlte beim Anderen. Nicht von Ungefähr heißt es, die Augen sind die Spiegel
unserer Seele, nicht umsonst hatten die meisten Urvölker bei der ersten Begegnung mit der Kamera Angst, man würde ihnen letztere unwiderruflich rauben.
Welches Porträt wird das ehrlichste, treffendste sein? Das, welches eine Facette des menschlichen Wesens besonders zu Tage treten lässt, oder eher eines, welches möglichst die Summe aller inneren Vorgänge darstellt, sofern überhaupt möglich?
Was passiert mit den beiden Künstlern während sie sich gegenseitig annähern, im Anderen suchen und wiederfinden oder auch nicht? Wo sind die Schnittstellen der beiden ICHS? Inwieweit wird der Andere von mir interpretiert, ist es überhaupt möglich einen Menschen vollkommen objektiv zu „zeichnen“, oder sehe ich etwas in dem Anderen, das ich verstärke oder abschwäche weil ich ihn so sehen möchte?
Interessant dabei ist, dass ich nur einen kleinen Teil der Gruppe gut kenne, während ich mir andere Menschen vollkommen neu erschließen darf. Mit wem fällt mir die Arbeit leichter, wo ist sie überraschender, was passiert durch das sich gegenseitige Näherkommen während des Schaffensprozesses? Wie wirkt sich das auf die Arbeiten aus, wie verändert diese intimer werdende Einsicht das Porträt und was passiert letztendlich mit dem noch unbefangenen, unvoreingenommenen Betrachter, der später diese Arbeiten sieht? Spürt er mich mit auf dem Bild, auch wenn ich nicht mit dem Auge greifbar bin? Und schließlich, wie sehe ich mich, was zeige ich in meinem Selbstporträt?
Franz Leschinger
Statement für Gruppe 2010 Gedanken zum Portrait
…das Portrait, was für eine wunderbare Möglichkeit, den Charakter, Geist,
Seele und Temperament zweier Individuen gleichzeitig sichtbar werden zu
lassen; beim Modell in seiner Ausstrahlung und Natur, beim Künstler in seiner
Handschrift, der Art des Modellierens, der Wahl des Materials, dessen Form
und Ausdruck...
vielleicht steckt im Portraitieren der Wunsch sowohl von Portraitiertem als
auch vom Künstler, der wandelbaren Natur ein Schnippchen zu schlagen und
das Vergängliche festzuhalten und überdauern zu lassen…
Ich finde Köpfe als Plastik faszinierend und bildhauerisch betrachtet von
höchstem Anspruch… ein Sinn für die komplexesten formalen Zusammenhänge,
die Beachtung der Natur und die freiwillige Unterwerfung unter sie
ist beim Portraitieren unabdingbar um nicht in stereotyper Verflachung und
Beliebigkeit zu landen. Beim Übersetzen des Naturvorbildes in eine künstlerische Form und ein Material ist immer Abstraktion im Spiel, vielleicht die
subtilste bei scheinbarer Formidendität (zu erkennen bei den genialen
Meistern Bernini, Hudon, Rodin u.a.)
…Ich nehme mich als Portraitist soweit als möglich zurück, d.h. vermeide
mein Gegenüber zu deformieren, zu idealisieren oder sonst wie in ein
bestimmtes Licht zu rücken, sondern lasse allein die Natur reden.
Im meinem Sinne soll das Portrait kein Vorwand zur Selbstdarstellung sein,
sondern im besten Falle soll mein Gegenüber dem Betrachte in unverfälschter
Form gegenübertreten.
Selbstportraits
Münchner Künstlerhaus, Clubetage
19.09. bis 07.10.2011
Lenbachplatz 8, 80333 München
Mo-Fr 9:00 - 17:00 Uhr
Telefonische Vereinbarung erbeten
(089 59 91 84-0)
Zehn Künstler portraitieren sich gegenseitig Museum im Pflegschloss Schrobenhausen18.09. bis 16.10.2011
Am Hofgraben 3, 86529 SchrobenhausenMi/Sa/So 14:00 - 16:00 uhr
GRUPPE/ZWANZIG/ZEHN
Verena Ebner von Eschenbach
Projektleitung
Höhenbergweg 2a / 83646 Bad Tölz
T +49.179 106 9559
info@gruppezwanzigzehn.de

