Am Samstag, den 9. Juli veranstaltet das Kunsthaus Tacheles in Zusammenarbeit mit electrocult e.V. und mit Unterstützung von Radio multicult fm sowie zahlreicher Berliner Kunst- und Kulturschaffender die "Tachles Parade" - eine Demonstration zum Roten Rathaus.
Tachles reden bedeutet im Jiddischen Klartext reden, so lautet auch das Motto der Demonstration "Klartext - keine Sommerpause - Geschichte wird gemacht", gerichtet an die politischen Akteure Berlins, allen voran an Herrn Wowereit und Frau Künast.
Es wird Zeit, dass die aktuelle und die künftige Politik begreift, dass ohne die Bürger dieser Stadt keine Entscheidungen zu fällen sind.
Zum Inhalt der Demonstration:
Mit der Demonstration „ TACHLES PARADE: Klartext - keine Sommerpause, Geschichte wird gemacht!“ diktieren die Bürger Berlins den Politikern ihre Forderungen in das Wahlprogramm.
Rettet Berlin – vor der Privatisierung!
Berlin ist mehr Wert, als die Investoren zu zahlen bereit sind. Eine Politik, die
öffentliche Räume und Gebäude nur als potenzielle Verkaufsobjekte sieht, ist keine Politik, sondern allenfalls ein Wirtschaftsbetrieb. Eine echte nachhaltige
Stadtentwicklung sieht anders aus! Das Renditediktat privater Investoren schadet dem Gemeinwohl.
Wir fordern die garantierte Erhaltung der Grundversorgung durch die öffentliche Hand, sofortigen Stopp von Privatisierungen und Lobbywirtschaft!
Rettet Berlin – vor dem Ende der Kunst!
Die Kunst und Kultur, die Berlin ausmachen, werden zunehmend durch kurzsichtige Investmentprojekte behindert. Die freien Kunst- und Kulturszenen der Stadt, welche auch als touristisches Markenzeichen gelten, können so nicht überleben.
Unter den momentan herrschenden raubliberal verzerrten Marktbedingungen können sich die freien Szenen nicht refinanzieren und damit weiterentwickeln. Ohne eine nachhaltige Kunst- und Kulturpolitik, welche auch die experimentelle und Off-Kultur in die Förderung miteinbezieht, wird Berlin sein Gesicht und seine weltweite Ausstrahlung verlieren.
Wir fordern, die Kulturstätten, insbesondere auch das Kunsthaus Tacheles, zu erhalten, darum eine Kulturtaxe für Berlin (2 Euro auf jede Übernachtung - zweckgebunden für die freie Kultur- und Kunstszene)!
Rettet Berlin – vor Mietwucher!
Die Mieten steigen, obwohl immer mehr Menschen auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Zudem zerstört immer mehr Büro-Leerstand die Stadt. Die Verdrängung niedriger Einkommensschichten oder Hartz4 Bezieher in die Außenbezirke ist längst Realität, während sich wenige Reiche exklusiven Wohnraum teilen.
Der Ghettoisierung ganzer Bevölkerungsschichten, ob arm oder reich, muss dringend entgegengewirkt werden. Die Eigentumsimmobilienblase wächst und wächst und nicht nur die unteren Mietkosten werden dadurch nach oben verzerrt, auch der mittelständische Anleger wird mit dem kreditbefeuerten Immobilenspekulationsspiel ein weiteres Mal um seine Anlagen gebracht.
Wir fordern, dass dem Anstieg der Mieten wieder Regulierungen entgegengesetzt werden, Rekommunialisierung von Wohnraum sowie neuer sozialer Wohnungsbau statt teurem Sozialarbeiter-Quatiersmanagement!
Rettet Berlin – vor der Wegwerfarchitektur!
In der ganzen Stadt gibt es Spekulantenpläne, um die noch bestehenden Frei- und Endwicklungsflächen rücksichtslos zuzubetonieren. Architektur, die an ökologischen und ökonomischen Tatsachen vorbei entwickelt wird, hat Berlin genug.
Berlin verliert seine Originalität und Potentiale, die zahlreiche Besucher begeistern, indem einmalige geschichtsträchtige Bausubstanz und kreativ genutzte Freiräume zugunsten einer Billigbebauung ersetzt werden.
Wir fordern eine nachhaltige und dezentrale Stadtentwicklung unter echter
Bürgerbeteiligung!
Rettet Berlin – vor dem Automobil!
Der autogerechte Umbau der Stadt geht weiter. Statt auf ein zukunftsweisendes ökologisches Verkehrsmodell zu setzen, werden Unsummen für Straßen- und den Stadtautobahnbau aufgewendet.
Die aktuelle Stadtplanung berücksichtigt nicht die Bedürfnisse kleiner, mittlerer und höherer Einkommensbezieher nach wohnortnahem Arbeiten und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten in ein und demselben Kiez.
Wir fordern den Stopp des A100-Ausbaus und eine nachhaltige Finanzierung des öffentlichen Verkehrs ohne Abwälzung des Kostendrucks auf Bereitstellung, Dienstleistung oder Preis!
Rettet Berlin – vor der Sicherheitshysterie!
Aus öffentlichen Räumen werden durch Überwachung, Wachschutz und Ordnungsdienste Angsträume, die das Leben der Menschen bewusst beeinträchtigen. Eine Gesellschaftskultur der Toleranz und des Vertrauens wird so nachhaltig konterkariert und verhindert.
Wir fordern die Regulierung der Überwachungstechnologie!
Rettet Berlin – vor der organisierten Politik- und Finanzwirtschaft!
Der Bürgerwille muss respektiert und umgesetzt werden. Der Senat hat sich bisher im Umgang mit den eindeutigen Bürgerentscheiden nicht verfassungskonform verhalten.
Wir fordern „echte“ Bürgerentscheide und deren Akzeptanz durch Politik und Wirtschaft!
Zur Route der Demonstration:
Der Kreuzberger Zug startet um 11:30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Oranienplatz. Von dort geht es über die Oranienstraße, Moritzplatz, Oranienstraße, Kochstraße, Friedrichstraße und Oranienburger Straße zum Kunsthaus Tacheles.
Auch am Kunsthaus Tacheles findet ab 15 Uhr eine Auftaktkundgebung statt, zusammen mit dem Kreuzberger Zug startet die Demonstration um ca. 16:30 Uhr in Richtung Rotes Rathaus, wo es ab ca. 18:00 Uhr eine Abschlusskundgebung geben wird.
office@tacheles.de)
Martin Reiter (0163 1565916)
Kunsthaus Tacheles
Oranienburger Str. 54-56a
D-10117 Berlin
Tel. +49 (0)30 28 26 185
www.tacheles.de
office@tacheles.de

