Technischer Fortschritt ist für kaum eine Kunstform so bedeutsam wie für den Film. Deshalb zeichnet der Kulturstaatsminister jedes Jahr vielversprechende Ideen und kreative Ansätze im Filmbereich aus. Die Verleihung der Innovationspreise 2010 fand jetzt in Berlin statt.
"Neuentwicklungen sind für unsere Kinokultur von großer Bedeutung und geben dem Filmschaffen bedeutende Impulse", erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann in der Deutschen Kinemathek.
Dort fand heute die Verleihung der Innovationspreise 2010 statt. Ein – so Neumann – "würdiger Ort", da die Kinemathek seit mehr als vierzig Jahren alles zur Geschichte und Technik des Films sammle.
Neben den künstlerischen Aspekten seien es immer auch die technischen Errungenschaften gewesen, die Deutschlands Ruf als Filmland begründen, sagte Neumann. Auch die diesjährigen Preisträger würden sehr eindrucksvoll beweisen, dass es der deutschen Filmlandschaft nicht an einfallsreichen Experten mangele.
Innovative Kameratechnik
Gleich drei überzeugende Ideen und Projekte konnte Neumann diesmal auszeichnen. Zwei der Preise gingen an Neuentwicklungen im Bereich der Kameratechnik.
Einen konnte die ARRI – Arnold und Richter Cine Technik GmbH und Co. Betriebs KG für die Filmkamera Alexa entgegennehmen – das erste Modell einer neuen Generation von professionellen Digitalkameras.
Die Jury lobte vor allem ihren "Direct-to-Edit-Workflow" sowie ihre innovative Sensortechnik, die für ein Optimum an Bildschärfe und Empfindlichkeit sorge.
Einen weiteren Preis erhielten Holger Fleig und Volker Tittel GbR für "campilots". Der ferngesteuerte Multikopter mit Kamera macht Luftaufnahmen aus Perspektiven möglich, die bisher technisch nicht umsetzbar waren.
Für die nur 5 kg schwere fliegende Kamera sind keine behördlichen Fluggenehmigungen notwendig. Sie ist dort einsetzbar wo konventionelle Technik versagt, zum Beispiel in unwegsamem Gelände. Außerdem lässt ihre umweltschonende Antriebstechnik auch Aufnahmen in sensiblen Innenräumen zu.
Auf dem Weg zur digitalen Antragsstellung
Das dritte ausgezeichnete Projekt widmet sich einem ganz anderen Bereich des Filmschaffens: der Einreichung von Förderanträgen. Immer noch kommen bei der Antragsstellung Tonnen von Papier zum Einsatz. Ein Verfahren, das nicht nur großen Zeit-, sondern auch Personaleinsatz verlangt.
Detailfilm Gasmia und Kamm GbR hat drei realistische Varianten für die digitale Antragsstellung konzipiert. Sie sehen eine schrittweise Ersetzung der bestehenden analogen durch hybride und schließlich digitale Einreichungs- und Bearbeitungsverfahren vor.
Das Projekt verbinde auf innovative Weise ökonomische Ersparnisse mit einer höheren ökologischen Verträglichkeit und verspreche darüber hinaus allen Beteiligten Arbeitserleichterungen, erklärte die Jury.
Der Innovationspreis wird seit 2002 jedes Jahr verliehen, um vielversprechende Ideen und kreative Ansätze im Bereich Film auszuzeichnen. Er ist mit jeweils 25.000 Euro dotiert. Bisher wurden 18 Projekte aus den verschiedensten Bereichen wie Filmtechnik, Marktforschung, Verleih, Experimentalfilm, Kino und Schule oder Casting prämiert.
Weitere Informationen sowie alle Preisträger auf einen Blick:
http://www.bundesregierung.de/...
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...

