In ihrem neuesten Projekt begibt sich die Zürcher Formation PLASMA - die Gruppe um den Regisseur Lukas Bangerter - an die Schnittstelle zwischen Diesseits und Jenseits und versucht den endgültigen Gottesbeweis. Fasziniert von den tausenden verschiedenen Göttern, den Himmeln und Höllen, den Engeln, Teufeln, Propheten, Märtyrern, Nothelfern, Heiligen, Paradiesen und Wundern, die uns vor der frustrierenden Tatsache retten sollen, dass wir sterblich sind, baut PLASMA einen Gottesbeweis-Generator und gebiert damit einen Deus Ex Machina, der uns in ein Jenseits transzendiert, dass so noch keiner gesehen hat. Als Nebenprodukt dieser Gottwerdung entsteht ein genreübergreifendes musikalisches Theaterereignis zwischen mystischer Verzückung, Sitzung und amerikanischer Fernsehpredigt, das die Frage aufwirft, warum Menschen glauben. PLASMA ist bekannt für verschrobene, musikalische Theateruhrwerke, die immer Theaterstück, Konzert und Installation in einem sind. Mittlerweile gilt die Gruppe als Spezialist für den Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Kunst. Diesmal jedoch wagen sich die Musiker und Schauspieler in einen Bereich vor, der nicht mehr erklärbar scheint und fassen ein heißes Eisen an: die Religion.
Bangerter, der im letzten Jahr für seine Arbeit am Schauspielhaus Wien, neben Alvis Hermanis und Roland Schimmelpfennig für den Nestroypreis (Beste Regie) nominiert wurde, hat für diese Arbeit zwei Spitzenmusiker von Berlin nach Zürich geholt. Mit Maurice de Martin und Antonio Palesano stößt das PLASMA-Ensemble in neue Gefilde vor, oszilliert zwischen Freejazz und Choral und klopft da an, wo Gott hockt. Während Bangerters Bühnenfiguren das Phänomen Glauben ins Visier nehmen, surfen sie so virtuos durch Katechismus, Koran und Geistesgeschichte, dass das Objekt ihrer Untersuchung von ihnen selbst Besitz ergreift und ihnen der heilige Geist derart in die Glieder fährt, dass der Verstand nicht mehr greift und sich die Sprache in Musik auflöst.
Komposition & Musik: Maurice de Martin, Antonio Palesano, Darsteller: Andreas Spaniol, Jorgos Margaritis, Wowo Habdank, Mirjam Zbinden, Sebastiaõ de Assis Junior Nogueria,Regie / Text / Bühnenbild: Lukas Bangerter, Sounddesign: Fabian Gutscher, Licht & Technik: Electric Gold, Patrik Rimann & Tina Beuler , Kostüme und Ausstattung: Petra Kenneth, Assistenz: Eveline Eberhard, Management: Walter Delazer, Gabi Bernetta
A.TONAL.THEATER trifft
PLASMA (Zürich): „CREDO – Ein szenischer Gottesbeweis”
Deutschlandpremiere 7./8. Dezember 2011, 20:30 Uhr, alter Ufa-Filmpalast Köln, Hohenzollernring 22-24, Eintritt: 17,00 / 10,00 EUR
Pressestimmen:
„Philosophischer Diskurs – spiritueller Orgasmus. Die Gruppe Plasma spielt «Credo» im Theaterhaus Gessnerallee. (...) Die Truppe um den Autor und Regisseur Lukas Bangerter hat sich mit ihrem 14. Projekt nichts Geringeres vorgenommen, als einen «szenischen Gottesbeweis» zu liefern. (...) Hin und her gehen die Argumente, und zwar in derart aberwitzigem Tempo, dass einem schwindlig wird vom bloßen Zuhören. Unterbrochen wird die Diskussion um die Existenz Gottes in dem Moment, als der Vertreter des Kreationismus in ekstatisches Zungenreden verfällt. Dies wird er zur Freude des Publikums immer wieder tun. Einmal geht die Zungenrede nahtlos in Scatgesang im Stil eines Shooby Taylor über: köstlich! Überhaupt spielt die Musik eine wichtige Rolle in diesem mutigen Theater. Barocke Choräle werden ebenso gesungen wie Gospels. (...) Zum krönenden Abschluss tritt ein fanatischer Fernsehprediger auf, der seine (Fan-)Gemeinde zum kollektiven spirituellen Orgasmus antreibt. Und nun ist alles klar: «Ich spüre seine Herrlichkeit in meinem Bauch!», schreit der Prediger ins Mikrofon. Dazu blinken bunte Lichter wie auf einem Jahrmarkt, und es wird euphorisch getanzt. Dann ist die Party auf einen Schlag vorbei, Totenstille herrscht und große Ernüchterung: Der Gottesbeweis ist misslungen – nicht so aber der Theaterabend, der einem noch lange zu denken geben wird.” (Neue Zürcher Zeitung)
„Am Ende steigert sich die Aufführung unter dem Einfluss eines Massenbekehrers bis zum Wahnsinn, zum Vulkanausbruch, zur Erschöpfung. Die Schauspieler taumeln und bleiben am Boden liegen. Dann, in der Stille, überrascht uns «Credo» mit einer einfachen, fast poetischen Erkenntnis.“ (kulturkritik.ch)
Mit freundlicher Unterstützung von:
Alfred und Ilse Stammer-Mayer Stiftung, Artephila-Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fondation Nestlé pour l’art, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Migros Kulturprozent, Präsidialdepartement der Stadt Zürich Theaterförderung, Pro Helvetia, René und Susanne Braginsky Stiftung, Stadt Zürich
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50672 Köln
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