Leporello muss die erotischen Eskapaden seines Herrn Don Giovanni ertragen. Auf der Flucht vor Donna Anna tötet Don Giovanni ihren Vater, den Komtur. Donna Anna lässt ihren Verlobten Don Ottavio Rache schwören. Auch Donna Elvira sucht Giovanni, der ihr die Ehe versprach.
Ihre Verfolgung führt alle drei inkognito auf die Hochzeit von Masetto und Zerlina, auf der Don Giovanni natürlich die Braut verführen will. Nach großer Verwirrung lädt Don Giovanni überheblich und leichtfertig das Denkmal des toten Komturs zum Essen ein. Dabei findet der Wüstling seine gerechte Bestrafung.
‚Don Giovanni’ – die ,Oper aller Opern’, so meinte es der Dichter E.T.A. Hoffmann. Don Juan ist der größte Verführer des europäischen Theaters von Tirso de Molina bis Max Frisch, aber er hat seine zeitlos gültige Formung für das Theater durch Da Ponte und Mozart erhalten:
Ein scheinbar heiteres Drama, das den Konflikt zwischen grenzenloser Selbstentfaltung und gesellschaftlichem Verbot in all seiner dramatischen Wucht auf die Bühne bringt.
Ein Libretto von beißendem Humor und Furcht erregendem Theaterdonner, mit einer Musik von unfassbarer Schönheit, Vitalität und schonungsloser Dramatik. Ein singuläres Werk des musikalischen Theaters, das Himmel und Hölle bewegen kann.
Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Marc Piollet wird Carlos Wagner, der zu den meist gefragten internationalen Regisseuren seiner Generation gehört, die Neuproduktion von Mozarts Meisterwerk inszenieren.
Er inszenierte u.a. an der English National Opera, beim Buxton Festival, beim Festival KlangBogen Wien, an der Nationale Reisopera in den Niederlanden, der Vlaamse Opera, der Neuen Oper Wien, der Oper Halle, der Opéra de Montpellier, dem Teatro Liceu Barcelona, der Opéra National de Lorraine, der Opéra National de Bordeaux, der Royal Opera in London und zuletzt an der Oper Leipzig.
Ein starkes, spannungsgeladenes Bild steht also am Ende einer Inszenierung
Wiesbadener Kurier, 8. September 2008
Der differenzierten szenischen Gestaltung des rastlosen Wüstlings entspricht die Interpretation der Partie durch den Gast-Giovanni Thomas J. Mayer: ein verführerischer Erotomane nicht nur im kraftvoll maskulinen Auftreten, sondern auch in einer Piano-Kultur, die an diesem Abend insgesamt bemerkenswert ist, kennzeichnend auch für Jud Perrys schön timbrierten Don Ottavio und Hye-Soo Sonns noblen Leporello.
Dessen stimmliches Potenzial passt zur Aufwertung der Figur zum alter ego Don Giovannis. (...) Brett Carters Bühnenpräsenz als Masetto und Bernd Hofmanns sonorer Komtur runden die Herrenriege erfreulich ab.
Wiesbadener Kurier, 8. September 2008
Musikalisch ist der von Marc Piollet gewohnt souverän geleitete Abend ein absoluter Genuss. Heftiger Applaus. Wertung: SEHR GUT
Bild-Zeitung, 8. September 2008
Don Giovanni (Thomas Mayer), (...), ist ein blendend singender und spielender, männlich-kraftvoller, egomaner Schwerenöter in schwarzen Hosen und mit ungepflegtem Langhaar, Aga Mikola brilliert als Elvira (...)
Gießener Allgemeine, 9. September 2008
Ohnehin erweist sich die Inszenierung als absolut gelungen. Carlos Wagner lässt seine Figuren nicht aus den Augen, führt sie unbeirrt durch die Oper, ohne jemals unklare oder handlungsfreie Momente zuzulassen. Fließende Szenen-Übergänge passen bestens in die klaren Konturen der musikalischen Vorgabe (...) Wiesbaden erlebt mit diesem Stück ein wahres Sängerfest.
Thomas J. Mayer ist als Don Giovanni ein absoluter Glücksgriff, er verleiht der Figur die notwendige Stärke und Hybris, sängerisch ist er gefestigt und strahlt ein gesundes Selbstbewusstsein aus. Tatiana Plotnikova schöpft als Donna Anna viel Ausdruck aus den leisen Tönen und gefällt mit sensibel austarierter Stimme.
Glockenklar verleiht Aga Mikolaj der Donna Elvira eine Stimme, Leporello wird von Hye-Soo Sonn geschickt zwischen beißendem Sarkasmus und hündischer Gefolgsamkeit verortet, in der Rolle des Don Ottavio macht Jud Perry mit schlankem Ton eine gute Figur.
Sauber einstudiert sind Orchester und Chor unter der Leitung von Marc Piollett. Auf dieser Grundlage aufbauend nutzen sie alle atmosphärisch gestalterischen Möglichkeiten voll aus.
Rheinzeitung, 11. September 2008
Musikalische Leitung
Regie
Bühne
Rifail Ajdarpasic und Ariane Isabell Unfried
Kostüme
Choreinstudierung
Dramaturgie
Choreografie
Tom Baert
Mit:
Don Giovanni
Donna Anna
Don Ottavio
Komtur
Donna Elvira
Leporello
Florian Plock
Masetto
Zerlina
Orchester, Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Dichtung von Lorenzo Da Ponte
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Großes Haus
Freitag, den 02.07.2010, 19.30 Uhr
http://www.staatstheater-wiesbaden.de/?page=spielplan_detail&language=de_DE&eventDateId=7494198
Aufführungsdauer: 3 Stunden. Eine Pause.
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