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Für Abenteurer

Alte Geschichte und Brauchtümer in der Montanaregion des Erzgebirges kennenlernen

Abenteurer aufgepasst! Am 31. Mai und 1. Juni sollten alle, die noch keine Pläne haben, einen Besuch im Erzgebirge einplanen. Nirgendwo in Deutschland gibt es heute so viele Sachzeugen aus dem Bergbau des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, so viele Bau- und Kunstwerke mit bergmännischem Bezug wie im Erzgebirge. Sie bilden eine europaweit einzigartige Kulturlandschaft, deretwegen die Region den UNESCO-Welterbe-Titel anstrebt. Das Erzgebirge, auf dem Weg zum Weltkulturerbe, ist ein idealer Anlass, um dieses Jahr erstmals die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“  durchzuführen. Nicht nur geführte Wandertouren sind geplant, auch Museen informieren über das hiesige Brauchtum der Hauer und Steiger, und die begehbaren Stollen machen diese Tage für Groß und Klein unvergesslich.

Die Stadt Freiberg ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Gebiets. Sie war Metropole derSilbererzgewinnung, ganze vier Fünftel des Gesamtanteils des Mittelgebirges stammt von hier, weshalb auch das Zentrum der Bergrechtssprechung hierhin verlegt wurde. Den Ruhm, welchen Freiberg dadurch innerhalb Europas erlangt hat, ist heute noch bei einem Spaziergang durch die Altstadt zu erahnen. Die mittelalterlichen Verwaltungsgebäude sind noch intakt und können während eines Spaziergangs bewundert werden. Weiterhin repräsentiert der hiesige Dom das einstige Ansehen. Ein Blick hinein offenbart die lang anhaltende Bedeutung der Stadt: So stammt die „Goldene Pforte“, ein prächtiges Rundbogensandsteinportal an der Südseite, aus dem Jahr 1230 und gehört damit der Spätromanik an, hingegen die Tulpenkanzel, wahrscheinlich zwischen 1505 und 1510 erbaut, der Spätgotik. Das Stadt- und Bergbaumuseum bietet für Kreativköpfe am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr zusätzlich neben dem Schauklöppeln noch Bastelstunden mit Edelsteinen an.

Das Berggeschrey, also die Silbergräberstimmung im Mittelalter, ist jedoch nicht nur hier auffindbar. 
In dem eine Stunde entfernten Annaberg-Buchholz können Abenteuerlustige ebenfalls einen originalen Stollen, den sogenannten Gößner, besuchen. Durch eine Kaue, eine Art Überbau des Bergwerk-Schachts und heutzutage nur noch sehr selten erhalten, gelangt man in das breit gefächerte Gangsystem. Rund 260 Meter mit einem Höhenunterschied von 24 Metern können erforscht werden. Ein herzliches „Glück auf!“ begleitet den Abstieg in die Unterwelt des Silberbergwerkes. Am Sonntag gibt es zudem eine Kinderlesung mit dem Titel „Von geheimnisvollen Berggeistern und sagenhaften Goldschätzen“, nach der eine Kinderführung stattfindet.

Entspannung findet man im warmen Thermalwasser der „Therme Miriquidi“ und danach kann man sich im Kurparkrestaurant „Am Kräutergarten“ verwöhnen lassen. Der Legende nach hat bereits Ende des 15. Jahrhunderts ein Schäfer die 26 Grad warme Quelle entdeckt und seine Leiden mit einem Bad lindern können. Am Samstag des Erlebniswochenendes können Besucher einer Einführung in die Anlagetechnik der Wasseraufbereitungsanlage beiwohnen.

Zahlreiche Städte im Erzgebirge laden zur Erkundung ein

Die Stadt Marienberg bietet derweil eine weitere historische Attraktion an: den Pferdegöpel. Im Ortsteil Lauta kann man sich von dieser traditionellen Förderanlage, die von Pferden angetrieben wird, bei einer Vorführung überzeugen. Seit 2006 gibt es auch eine nach historischem Vorbild wieder errichtete Bergschmiede zu besichtigen. Zu besonderen Anlässen kann man hier Schauvorführungen beiwohnen. Dabei darf sich jeder einen eigenen Goldtaler als Souvenir prägen lassen. Marienberg selbst wurde vor rund 500 Jahren nach den Idealvorstellungen der Renaissance rechtwinklig gestaltet, wie der historische Kern heute noch zeigt. Das Eingangsportal des Rathauses aus dem Jahr 1539 ist eines der ältesten Renaissanceportale Sachsens und bezaubert mit kunstvollen Ornamenten.

Am 31. Mai und am 1. Juni sollen die Erlebnistage das erzgebirgischen Lebensgefühl in seiner Gänze in den Vordergrund heben, wobei auch Partner im tschechischen Teil des Gebirges ihre Türen öffnen werden. Besucher erhalten die Möglichkeit, ebenfalls das Bergwerk Starý Martin, zu deutsch den alten Martin, in Krupka zu besichtigen. Die nordböhmische Stadt ist einen Besuch wert, da sie noch einige Bauten aus der Gotik und Renaissance vorweisen kann.

Zu Ehren des Internationalen Jahres der Kristallografie, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen in der Wissenschaft feiert, wird an den Erlebnistagen zusätzlich ein Kristallrundgang für die ganze Familie angeboten. In der Mineralogischen Sammlung im Krügerhaus in Freiberg erfährt man mehr über die glitzernd-leuchtenden Kristalle. Ein Workshop bietet den kleinen Abenteurern die Möglichkeit, die glitzernden Stein selbst nachzubauen. Die Großen erhalten Einblicke in die Wissenschaft der Kristallografie und ihre Bedeutung und Nutzen für den Menschen. So bleibt die Geschichte der Region lebendig. Glück Auf und herzlich willkommen in der Erlebnisheimat Erzgebirge – auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe.

Fakten zum Erzgebirge

  • • Der höchste Berg im böhmischen Teil des Erzgebirges ist der Keilberg (Klínovec), auf deutscher Seite ist es der Fichtelberg.
  • • Das Montanwesen umschließt das Bergwesen, das Hüttenwesen und das Gesteinshüttenwesen.
  • • Der weihnachtliche Schwibbogen, welcher in der Advents- und Weihnachtszeit in vielen Fenstern leuchtet, ist ein Zeugnis der erzgebirgischen Volkskunst.

Weitere Informationen und Programme:

Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Adam-Ries-Straße 16
09456 Annaberg-Buchholz
Tel.: +49 3733-1880088
E-Mail: info@erzgebirge-tourismus.de
www.erzgebirge-tourismus.de