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bis zu der genialen Entdeckung des Nichts

„Als das Geld vom Himmel fiel“ - Die abgeblasene Revolution. Hans Graf von der Goltz bloggt

Hans Graf von der Goltz, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Altana AG und Testamentsvollstrecker Herbert Quandts, hat seit einigen Monaten eine eigene Homepage mit integriertem Blog, auf der er in unregelmäßigen Abständen über jüngste Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft schreibt.

Als (nach eigener Aussage) altmodischer Herr bringt er seine Gedanken zu Papier und sendet sie als Fax an die Online-Abteilung des Berlin Verlags. Dort wird der Fax-Blog-Eintrag dann (fast) in Echtzeit veröffentlicht. Sein neuester Beitrag ist ein ausführlicher und kritischer Kommentar zu dem viel besprochenen ZEIT-Dossier

„Als das Geld vom Himmel fiel“. Goltz berichtet von einem Gespräch mit einem befreundeten Professor, dessen Studenten den ZEIT-Artikel als Aufruf zur Revolution verstehen wollten. Wie es zu einer derart drastischen Reaktion kommen konnte, und wo die Missverständnisse um die „Bad Banker“ liegen könnten, davon handelt der Hauptteil in Goltz’ Text.

Graf Goltz saß in den Führungsetagen wichtiger deutscher Wirtschaftsunternehmen und hat mehrere Romane über die Wirtschafts- und Finanzwelt geschrieben. Im Herbst letzten Jahres ist sein neuester Roman, „Krasnitz' Entscheidung“ erschienen.

Er erzählt von den Mechanismen und Intrigen großer Firmen, ihre Verstrickung in dubiose Bankgeschäfte; gleichzeitig ist Goltz ein Zeitdokument über die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gelungen, als sich in den Führungsetagen von Wirtschaft und Gesellschaft ein Wandel vollzog, der unter dem Deckmantel des „Generationswechsels“ Einzug hielt:

Es war die Zeit, als die Generation des Wiederaufbaus abtrat, die den Menschen, so Goltz, mit seinen Rechten und seiner Würde in den Mittelpunkt stellte. Ersetzt wurde sie von einer Generation, deren Handeln und Streben sich immer mehr ums Geld drehte, „bis zu der genialen Entdeckung des Nichts: Der fiktiven Werte, des fiktiven Geldes, das sich in Nicht-Geschwindigkeit um den Globus schießen lässt bis es platzt“.

Damit dringt Goltz zu den Wurzeln unserer aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrisen vor, ein notwendiger Schritt, um diese zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu erarbeiten.

Hans Graf von der Goltz wurde 1926 in Stettin geboren, er entstammt einer preußischen Offiziersfamilie. Er wuchs in Berlin und am Ammersee auf, wo er das Internat in Schondorf besuchte. Er studierte Jura in München und gehörte nach dem Krieg bald zu den führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft. Zeitgleich verfolgte er seinen Weg als Schriftsteller.

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