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kunstepoche neu aufgelegt die petersburger hängung

"Alles wird gezeigt": Eröffnungs-Ausstellung des Wilhelm-Hack-Museums bis 26.4.2009

kunstepoche neu auf17 Monate lang waren die Kunstwerke des Wilhelm-Hack-Museums eingelagert und werden nun der Öffentlichkeit endlich wieder zugänglich gemacht. Mit der Eröffnungs-Ausstellung "alles." widmet sich das Wilhelm-Hack-Museum ganz der eigenen Sammlung. Der Gesamtbestand umfasst derzeit 9.236 Werke – rund 1.000 Gemälde, über 300 Skulpturen und zahlreiche Fotografien, grafische Werke, Objekte und Mappenwerke. Wohl erstmals in der jüngeren
Museumsgeschichte legt ein Museum seine komplette Sammlung offen, darunter viele Kunstwerke, die sonst im Depot schlummern und selten oder noch nie präsentiert wurden. Auf allen Ausstellungsebenen des Hauses, die rund 3.000 qm Ausstellungsfläche umfassen, finden die Werke einen Platz und werden bewusst ohne jede Ordnung in „Petersburger Hängung“ gezeigt – das heißt in enger Reihung bis an die Decke.

Mit dieser ungewöhnlichen Präsentation und seiner Fülle an Werken möchte das Museum die Neugier und den Stolz auf seine Sammlung wieder wecken, zugleich aber auch die eigene Arbeit für das Publikum transparent machen. Erstmals werden Besucher die Gelegenheit erhalten, die spätere Auswahl der Museumskuratoren bei der Sammlungspräsentation selbst zu beurteilen: Auf welcher Grundlage erfolgt die Präsentation der Sammlung eigentlich? Aus welchem Werkpool kann gewählt werden, welche Zusammenstellungen und Themenkontexte werden dabei getroffen? In welchem Zustand befinden sich die Arbeiten überhaupt? Die konservatorische und wissenschaftliche Arbeit, die ein Museum zu leisten hat und die meist hinter den Kulissen abläuft, wird so nachvollziehbar. 

 

Über das Museum:

Das 1979 eröffnete Wilhelm-Hack-Museum ist das wichtigste Museum für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Rheinland-Pfalz. Es trägt den Namen des Kölner Kaufmanns Wilhelm Hack (1899 – 1985), mit dessen 1971 gestifteter Privatsammlung bedeutende Kunstwerke nach Ludwigshafen gelangten. Zusammen mit dem Besitz der Städtischen Kunstsammlungen entstand ein Museum, dessen Wahrzeichen die monumentale Keramikwand des berühmten Katalanen Joan Miró an der Südostseite des Hauses ist.

Die Sammlung des Hauses dokumentiert die grundlegenden Strömungen der Kunst des 20. Jahrhunderts in ihrer gesamten Komplexität. Dabei bildet die internationale konstruktiv-konkrete Kunst mit bedeutenden Werken von Malewitsch, Mondrian, Bill und Morellet einen Schwerpunkt der Sammlung. Herausragende Werke der klassischen Moderne etwa von Kandinsky, Delaunay, Kupka, Picasso und Ernst sowie der deutschen Expressionisten Beckmann, Kirchner, Heckel, Barlach und Jawlensky stellen in seltener Dichte die Entstehung der Abstrakten Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts dar. Weitere herausragende Sammlungskomplexe bilden Werke des Action Painting, der Pop Art sowie der Fluxus-Bewegung, die mit Arbeiten von Künstlern wie Pollock, Warhol und Arman vertreten sind. Darüber hinaus präsentiert das WHM eine exquisite Sammlung von rund 80 Werken mittelalterlicher Sakralkunst.

 

Durch kontinuierliche Ankäufe und großzügige Schenkungen, darunter die über 2000 Werke umfassende Pop-Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwaltes Heinz Beck (1923-1988), konnte die Sammlung des Museums in den letzten 30 Jahren stetig erweitert werden. Herausragende Ausstellungen wie "Andy Warhol" (1996/97), "Joan Miró" (2000/01) oder "Der Blaue Reiter" (2003/04) erweiterten die große überregionale Ausstrahlungskraft. Mit der Ausstellung "Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag", die ab 14. November 2009 in Zusammenarbeit mit der BASF SE und dem Kunstverein Ludwigshafen zu sehen ist, setzt das WHM auch im Jahr der Neueröffnung einen publikumswirksamen Akzent.

 

Ausstellungsort: Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen  www.wilhelmhack.museum.de vom 7.3. bis 26.4.2009