Gesellschaft Freunde der Künste

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Vom Krachen des Eisernen Vorhangs

Aktuelle slowakische Literatur aus dem Programm der donumenta am 11.10.2009

REGENSBURG. Jana Beňová, Jana Juráňová und Pavol Rankov sind die Autoren der donumenta 2009 – Slowakei. Sie repräsentieren drei unterschiedliche Auffassungen zeitgenössischer Literatur. Alle drei haben ihre Texte vor dem Hintergrund der neuen slowakischen Gesellschaft entwickelt, folgen aber auf dieser Grundlage völlig unterschiedlichen literarischen Prämissen.

 

Seinen ersten Roman „Es geschah am ersten September (oder andermals)“ siedelt Pavol Rankov zeitlich zwischen Zweitem Weltkrieg und Prager Frühling an. Die Charaktere dieses Romans entwickeln sich in unsicheren Zeiten. In seinen Essays beschäftigt er sich mit den Auswüchsen einer eklektischen, oberflächlichen und kommerzialisierten Gesellschaft und mit Konzepten und Theorien aus dem Bereich von Massenmedien, Werbung und Informationstechnologie. 

 

Die 1957 geborene Jana Juráňová thematisiert das Regime der tschechoslowakischen Vergangenheit thematisiert und ihre Texte auf der Folie eines Landes entwickelt, das sich als eines begreift, in dem „noch vor kurzem das Krachen der fallenden Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs zu hören gewesen war“. Ihr Roman „Fürbitterinnen“ (Orodovnice) thematisiert eine Familienfeier, die die Perspektive der Ehefrauen und Töchter einnimmt und feministische Standpunkte vermittelt.

 

Die fast 20 Jahre jüngere Jana Beňová lotet die literarische Tragkraft des ganz und gar Individuellen und Subjektiven aus: „Ich heiße Heidi. Ich bin eine junge Frau, doch beim Erzählen wechsele ich oft die Geschlechter. Ich möchte damit niemanden verwirren. Es ist einfach ganz natürlich so.“ „Geleitsplan“ spielt in der Siedlung Petržalka in Bratislava. Dorthin verlegt Beňová das Leben der jungen Hauptdarstellerin und entwickelt vor dieser Kulisse ein einzigartiges Gefühlsszenario.

 

Junge Autoren hätten es nicht mehr nötig, „sich mit der Vergangenheit abzufinden oder zu polemisieren. Vielmehr bemühen sie sich, ihre eigene Freiheit und Unabhängigkeit von allem zu demonstrieren, ihre Originalität und Nichtkonformität auszudrücken.“ Die Autoren konzentrierten sich auf ihr eigenes Ego, findet Daniela Humajová, eine ausgewiesene Kennerin der slowakischen Literatur und Moderatorin der donumenta-Gruppenlesung in slowakischer und deutscher Sprache. Alle Autoren werden anwesend sein. Die deutschen Texte werden von Schauspielerinnen und Schauspielern gelesen.

Die Gruppenlesung der donumenta 2009 – Slowakei findet am 11. Oktober 2009 um 11.00 Uhr als Matinée im Lesesaal der Stadtbücherei, Haidplatz 8, 93047 Regensburg in Kooperation mit der VHS der Stadt Regensburg statt.

 

Eintritt 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

 

Weitere Informationen unter www.donumenta.de