Gesellschaft Freunde der Künste

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bis zum 14.9.2013

AB 01. JUNI 2013 PRÄSENTIERT DER GALERIST ERNST HILGER CASH, CANS & CANDY EIN AMBITIONIERTES STREET ART-AUSSTELLUNGSPROJEKT

Mit der von Katrin-Sophie Dworczak kuratierten Street Art-Ausstellung Cash, Cans & Candy bespielt Ernst Hilger zeitgleich seine beiden Präsentationsflächen, die HilgerBROTKunsthalle Wien 10 und die GALERIE HILGER NEXT Wien 10 in der Absberggasse 27 in 1100 Wien. Damit rückt er erneut die ehemalige Ankerbrotfabrik als neues Kunst- und Kulturquartier ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Von 01. Juni bis 14. September 2013 zeigt die Ausstellung Cash, Cans & Candy auf 800 Quadratmetern ausgewählte Arbeiten von über 40 österreichischen und internationalen Künstlern und Künstlerinnen aus allen fünf Kontinenten. Sowohl Pioniere wie Robbie Conal, als auch etablierte Street Artists wie Retna und Shepard Fairey aus Los Angeles, Faile aus New York City, oder Roa aus Belgien nehmen an diesem großangelegten Ausstellungsprojekt teil. Auch KünstlerInnen, die bis jetzt nur in einer gewissen Subkultur bekannt waren und gerade dabei sind ihre Arbeiten einem größeren Publikum zugänglich zu machen, sind vertreten.

Zusätzlich finden vor und während der Ausstellung Cash, Cans & Candy an verschiedenen Orten in Wien Aktionen und Performances statt. Den Auftakt des ambitionierten Street Art-Projekts mit Festivalcharakter macht die aus Bulgarien stammende Künstlerin Vasilena Gankovska mit einem Mural,in Kooperation mit NENI ART Collective am Naschmarkt. Vasilena Gankovskas Wandbemalungs-Aktion findet am Dienstag, den 07. Mai 2013 um 10 Uhr bei Neni amNaschmarkt, 510 Naschmarkt, 1060 Wien, statt. Eröffnet wird die Ausstellung in der HilgerBROTKunsthalle Wien 10 und in der GALERIE HILGER NEXT Wien 10 am Freitag, den 31. Mai 2013 um 19 Uhr.

Ausstellung in Wien

Längst sind die Stadtbilder von Berlin, New York, Paris und London von der Street Art Ästhetik geprägt. Mit Cash, Cans & Candy soll Wien, das auch schon seit geraumer Zeit freie Flächen im öffentlichen Raum für Street Artists zur Verfügung stellt, einen Sommer lang ins Zentrum des Interesses rücken und sich so weiter als lebendiger Knotenpunkt für diese Kunstform etablieren. „What comes to mind, when thinking about Vienna, is its impressive cultural history. Classic opera houses, balls, Sigmund Freud, Gustav Klimt, Egon Schiele, and many other artists that influenced art history at large, cast a big shadow. A shadow in which a flourishing urban art scene had the chance to develop, invisible to the untrained eye“, kommentiert die südafrikanische Künstlerin Faith47 Wien als optimalen Aktionsort für ihre Street Art-Arbeiten.

Gemeinsam mit dem amerikanischen, zeitgenössischen Künstler, Grafiker und Illustrator Shepard Fairey und dem in Brooklyn lebenden Künstlerduo Faile (Patrick McNeil und Patrick Miller) bespielt sie unter Miteinbeziehung der sozialen Infrastrukturen und Mikrokosmen des zehnten Wiener Gemeindebezirks drei Wände des Silos am Gelände der Ankerbrotfabrik in der Absberggasse 35, 1100 Wien. Mit dieser Aktion, die in Kooperation mit ANKERBROT stattfindet, werden die drei gestalteten Flächen zukünftig dieses Grätzl aufwerten.

DALEast und weitere KünstlerInnen gestalten im Laufe des Festivals Abschnitte der großflächigen Wand des Theresianums. Vasilena Gankovska lädt zur Tattoo-Performance und gemeinsam mit der INOPERAbLE Gallery findet eine Bike-Tour durch die Street Art Hot Spots in Wien statt. In Zusammenarbeit mit Step Forward Events wird eine Expertenkonferenz mit Robbie Conal und anderen Szenegrößen und -beteiligten abgehalten und Christine Finley überrascht mit einer Tanz-Performance. Ein weiterer Höhepunkt ist die Blockparty mit u.a. Bumblebee am 30. Juni 2013 am 510 Naschmarkt 1060 Wien, in Kooperation mit NENI ART Collective.

GEBURTSSTUNDE DER STREET ART

In einer Welt, in der urbane Räume von global(isiert)en Werbebotschaften dominiert werden, hat Kunst, die in keinem direkten Verwertungszusammenhang steht, eine große Bedeutung: Sowohl auf ästhetischer Ebene als Aufwertung des Stadtbildes, als auch als Knotenpunkt zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten. Street Art ist heute in Galerien und Museen, auf Kunstmessen und Auktionen vertreten und natürlich immer noch am Ursprung der Bewegung – auf der Straße, der interaktiven Schnittschnelle zwischen Öffentlichkeit und Künstler – zu sehen.

Die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gelten als die Geburtsstunde der Street Art. Geburtsort: Brooklyn und die Bronx – beides New Yorker Stadtteile, die schon immer durch multiethnische Diversität geprägt waren. Schablonen kamen zwar schon in der Höhlenmalerei zum Einsatz, im Zentrum des Interesses der Street Art steht allerdings der Beginn der expressiven Ausdrucksweise, die einem Subkultur Setting entsprang.

Der Terminus „Street Art“ bezieht sich auf die Post Graffiti Ära und grenzt sich von Vandalismus – territorialem Graffiti, welches in der Gangszene verhaftet ist – und „corporate art“ ab. In den Anfängen standen Anonymität, Spontaneität und Provokation an erster Stelle. Der Motor der Bewegung war die Kritik am Establishment, die auf kreative Art und Weise als Sprachrohr der sozial Schwächeren fungierte, deren Anliegen selten Gehör fanden. Gerade diese „underground“ und Guerilla-Attitüde hielt viele der Street Art-Künstlerinnen und -Künstler davon ab, traditionelle Wege einzuschlagen. Sie wichen dem „White Cube“-Gefühl, das ihnen die Galerien gaben, aus, schließlich war die Straße die beste Galerie und erreichte ein breites Publikum.

Bildende Kunst

Mimmo Rotella, ein Vertreter des Nouveau Réalisme machte sich im Süden Italiens anfänglich mit seinen Decollage Arbeiten im öffentlichen Raum wenig Freunde. Roy Liechtenstein, einer der berühmtesten amerikanischen Vertreter der Pop Art, verwendete „stencils“ (Schablonen) in seiner Malerei. Keith Haring war einer der ersten, den es auf die Straße und in die Untergrundlandschaft der New Yorker Subway zog.

Er entwickelte eine eigene Schriftsprache, machte nie Skizzen und arbeitete auf verschiedenen Oberflächen, unter anderem auch auf Wänden – ganz im Sinne der Street Art. Jean-Michel Basquiat zog es von außen in die Innenräume der Galerien. Seine Werke behielten die in der Street Art verhaftete Ästhetik, aber der Künstler persiflierte die Funktion der Signatur indem er seine Bilder mit dem Schriftzug „SAMO“ (same old shit) versah.

STREET ART HEUTE

Heute haben die Werke der Street Artists längst den Weg in die Museen und Galerien gefunden und sind Teil des Kunstmarktes. Street Artists stellen sich den Herausforderungen des White Cubes und sprengen damit den Rahmen der Kunst von innen. Sie bringen ihre Ästhetik und Ausdruckskraft mittels veränderter Trägermedien auf eine neue, spannende Ebene, die auch KünstlerInnen und SammlerInnen, die sich dieser Subkultur nicht zugehörig fühlen, anspricht.

Auktionshäuser wie Sotheby’s, Christie’s und Phillips bieten mittlerweile eigene Auktionen für diese Kunstform an und integrieren sie in ihre Contemporary Art Auktionen. KünstlerInnen, wie der in Los Angeles lebende Retna, waren auf der diesjährigen New Yorker Kunstmesse THE ARMORY SHOW prominent vertreten. Street Art hat die etablierte Kunstwelt erobert.

In Städten wie z.B. New York, Los Angeles, Miami, London, Paris, Barcelona und Berlin ist Street Art mittlerweile ein integrierter und elementarer Bestandteil des Stadtbildes. In Londons East End stechen meterhohe Arbeiten des britischen Szenestars Banksy ins Auge. 2008 erlangt Shepard Fairey durch seine Obama Wahlkampagne weltweite Berühmtheit. Wien ist bis dato auf dem Radar dieser Bewegung nur ein schwach blinkender Punkt.

Das Bewusstsein muss noch weiter geschärft werden, damit Street Art nicht als Vandalismus, sondern als Kunstform wahrgenommen wird. Kollaborationen mit der bildenden und darstellenden Kunst sind keine Seltenheit mehr. So kooperieren Faile im Mai 2013, knapp vor der Eröffnung von Cash, Cans & Candy, zum zweiten Mal mit dem New York City Ballet und treten somit in die Fußstapfen von Andy Warhol, Keith Haring und Roy Liechtenstein.

Renommierte Kunstinstitutionen wie das MoCA (The Museum of Contemporary Art Los Angeles, 2011) und die Kunsthalle Wien (2010) widmeten dieser Thematik bereits umfangreiche Ausstellungen.

Genau hier setzt die Ausstellung Cash, Cans & Candy an: Als Schnittstelle zwischen der Kunst, die auf der Straße stattfindet, davon geprägt ist und auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam macht und dem Vermarktungs- und Verkaufsaspekt, der den Kunstmarkt ausmacht. Eine subversive, unabhängige Kunstform, die sich eigentlich dem Reglement des Kunstmarktes nicht unterwerfen will, kann Teil dieses auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Systems sein, ohne „credibility“ (Glaubwürdigkeit) einbüßen zu müssen.

Freunde der Kunst

TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER: Michael Anderson (USA), Beran/Henz (A),Broken Fingaz (IL), Bumblebee (USA), Robbie Conal (USA), DALEast (ZA), Etam Cru (PL), Alessandra Exposito (USA), Faile (USA), Faith47 (ZA), Gola (IT), Shepard Fairey (USA), Amir H. Fallah (USA), Christine Finley (USA), Ben Frost (AU), Vasilena Gankovska (BG), H101 (ES), Lia Halloran (USA), David Istvan (H), Jaz (AR), Kenor (ES), Ai Kijima (USA/JP), Kryot (A), Lies Maculan (A), Brian McKee (USA), Meapi (A), Esther Messner (A), Moneyless (IT), Mark Mulroney (USA), NeSpoon, (PL), Markus Oberndorfer (A), Brandon Opalka (USA), La Pandilla (PR), El Pez (ES), PERFEKT WORLD (A), Pure Evil (GB), Retna (USA), ROA (BE), Michelle Rogers (USA), Sixe (ES), Sonke (GR), The Stencil Network (PR/USA), Stinkfish (CO), Lisa Marie Thalhammer (USA), Stephen Tompkins (USA), Laura Ortiz Vega (MX), Vinz Feel Free (ES), Dan Witz (USA), Yotto Bano (A) und Zosen y Mina (ES).

GALERIE ERNST HILGER Wien 1                   GALERIE HILGER NEXT Wien 10 und

(vormals Hilger modern)                                   HilgerBROTKunsthalle Wien 10

Dorotheergasse 5, 1. Stock, Wien 1                  Absberggasse 27, Wien 10

T +43-1-512 53 15                                            T +43-1-512 53 15
F +43-1-513 91 26                                            F +43-1-513 91 26
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