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Aalto-Musiktheater Essen: Eugen Onegin - Lyrische Szenen von Peter I. Tschaikowsky am 25.2.2012

Für Peter Iljitsch Tschaikowsky war 1877 ein Schicksalsjahr. Einerseits fiel seine Eheschließung mit ihren biographisch katastrophalen Folgen hinein. Andererseits erlebte sein Ballett „Schwanensee“ die Uraufführung, zudem schuf er mit der Vierten in f-Moll die erste der drei großen Sinfonien, die seinen Ruhm im Konzertsaal zementierten.

Und er begann nach zwei wenig erfolgreichen Versuchen im Genre der Oper die Arbeit an „Eugen Onegin“, lyrischen Szenen nach dem gleichnamigen Versdrama von Alexander Puschkin, dessen Ironie und feiner Spott allerdings im Opernlibretto kaum noch wahrnehmbar sind. Erstaunlicherweise hielt der Komponist dieses Opus für völlig chancenlos auf der Bühne, wo damals historisierende Monumentalschinken von vaterländischer Erhabenheit reüssierten, sondern sah die Zukunft des Werks in der Verbreitung des Klavierauszugs und darauf basierender hausmusikalischer Ergötzung.

Es kam ganz anders. Von der Uraufführung 1879 im Moskauer Maly-Theater ab gewann „Eugen Onegin“ immer breitere Bewunderung, erschien bereits 1881 am Moskauer Bolschoitheater, 1884 auf Befehl Zar Alexanders III. am Bolschoitheater der Hauptstadt St. Petersburg. Für Deutschland wurde die Oper 1892 in Hamburg von Gustav Mahler durchgesetzt.

Die eher lose Szenenfolge und die Situierung der Handlung in unmittelbarer Vergangenheit nahmen dabei formal vieles von der jüngeren Entwicklung der Oper vorweg. Wesentlicher für den dauerhaften Erfolg des „Eugen Onegin“ ist allerdings die unermessliche Gefühls-tiefe und emotionale Wahrhaftigkeit der Musik, von denen sogar die Ball-szenen mit Walzer und Polonaise durchdrungen sind.

Keimzelle des Werkes jedoch war auch schon bei Tschaikowskys Schaffensprozess die Briefszene der Tatjana, in der sie gegen alle Konvention Onegin gegenüber ihre Liebe erklärt. Von Puschkin noch durchaus distanziert beschrieben („Ihr Russisch konnte wenig gelten,/ Journale las sie auch nur selten“), verwandelt sich Tatjana durch die Musik in eine der großen Liebenden der Opernliteratur.

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Azita Mortazawi-Izadi
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Image taken from BG-Gallery.ru. Portrait has been published in: Tchaikovsky, Modeste (1906) The Life & Letters of Peter Ilich Tchaikovsky (PDF) London and New York: John Lane, S. Frontispiece Retrieved on 26. März 2009/ Quelle Wikipedia