Bereits zum fünften Mal ist St .Gallen im Sommer 2010 Treffpunkt für die Festspiele auf dem Klosterhof. St.Gallen hat es geschafft, in diesen wenigen Jahren ein höchst eigenständiges Profil zu entwickeln, das sich international von allen anderen Festspielen absetzt und jährlich 13.000 Besucher in die Gallusstadt lockt:
Vergessene oder selten zu hörende Juwelen der italienischen und französischen Oper gelangen an einem der schönsten Orte der Ostschweiz zur Aufführung und werden durch das Konzertprogramm in einem umfassenden Kontext lebendig. Der Tanz reflektiert vergessene christliche Sakralriten.
Im Jahr 2010 steht Gaetano Donizettis selten zu hörende Oper als Schweizer Erstaufführung auf dem Programm: Noah und seine Familie bereiten sich auf die Sintflut vor, während der heidnische Satrapenführer Cadmo versucht, die Arche zu zerstören.
Cadmos Frau Sela, die an den jüdischen Gott glaubt, warnt Noah und der Anschlag kann verhindert werden. Ihr Verrat bleibt nicht unentdeckt. Ausgerechnet Selas Vertraute Ada erzählt Cadmo, dass Sela Noah gewarnt hat.
Noah bietet Sela an, auf der Arche Zuflucht vor ihrem Mann zu suchen, doch diese zieht den Tod ihrer Rettung vor. Cadmo glaubt, über Noah und dessen Gott triumphiert zu haben und beschliesst Ada zu heiraten. über den Ausschweifungen dieser Hochzeit öffnen sich die Schleusen des Himmels…
Zwei Kulturen prallen in „Il Diluvio universale“ aufeinander: Auf der einen Seite der verschwenderisch lebende Cadmo; auf der anderen Seite der tiefgläubige Asket Noah. Die Unfähigkeit beider einander zu verstehen, endet in der Katastrophe.
Eine romantische Endzeitvision, erzählt mit der wundervollen Musik von Belcanto-Spezialist Gaetano Donizetti.
RÜCKBLICK ST.GALLER FESTSPIELE 2009
Oper auf dem Klosterhof: Samson et Dalila von Camille Saint-Saëns St. Galler Tagblatt, 29.06.2009
«Samson et Dalila» ist eine einzige schwelgerische Ode an den Wohlklang Trägt der Chor den ersten und dritten Akt, so dominiert als Zentralbild der diesjährigen Festspielproduktion das gewaltige Liebeslager in der Mitte der Bühne, ein Traum aus rotem Plüsch, das Reich der Verführerin Dalila.
Und Podest für ein starkes Solistentrio. Elena Maximova bezirzt mit ihrem dunklen glanzvollen Alt und mit überragender, erotisch aufgeladener Präsenz. Soviel Intimität ist noch keiner der bisherigen Festspielproduktionen geglückt. Trotz der weiten Bühne und dem offenen Himmel spürt man hautnah das Gift der Liebe - die «tendresse» und «ivresse», mit denen Dalila Samson in ihre mit dem Violett der Rache bemalten Arme lockt.
NZZ, 29.06.2009
Die Oper zeigt den hebräischen Richter Samson einerseits als starken Gottesmann, der sein Volk zum wahren Glauben und zum Sieg über die heidnischen Philister bringt, andererseits als Schwächling der den erotischen Verführungskünsten Dalilas erliegt.
Ian Storey verkörpert diese Zerissenheit mit einer phänomenalen Darstellungsgabe und mit den stimmlichen Mitteln eines grossartigen Heldentenors. Ist die Handlung der Oper, insbesondere im mittleren Akt, ganz auf die beiden Titelfiguren ausgerichtet, so setzt Saint-Saëns in den Rahmenakten den Chor als starkes Gegengewicht ein.
Chor und Opernchor des Theaters St. Gallen, verstärkt durch zwei weitere Chöre, zeigen nicht nur musikalisch eine überzeugende Leistung, sondern sind in den Massenszenen auch eine Augenweide, indem sie sich zu stets wechselnden Gruppierungen vereinen.
Einen Glanzpunkt setzt die Tanzcompagnie des Theaters St. Gallen im Bacchanal des dritten Aktes. Dirigent Sèbastien Rouland bringt die verschiedenen stilistischen Elemente der Partitur von Camille Saint-Sans plastisch zum Klingen und meistert die Tücken der Akustik erstaunlich gut. Alles in allem ein höchst gelungener Abend.
Zürichsee-Zeitung, 30.06.2009
Das Opernspektakel «Samson et Dalila» vor der Klosterkirche begeisterte alle Zuschauer. Der Start zum vierten St.Galler Festspielsommer ist geglückt: Das farbenfrohe Opernspektakel «Samson et Dalila» begeisterte das Premierenpublikum im sommerlichen Klosterhof.
«Samson et Dalila» hat alles, was es für eine erfolgreiche Opernaufführung unter freiem Himmel braucht: eine dramatische Liebesgeschichte, spannende Musik und mit der Kathedrale eine monumentale Kulisse.
Konzert und Theater St. Gallen Museumsstrasse 2/25CH-9004 St. Gallen +41 (0)71 242 05 05 info@stgaller-festspiele.ch
Brigitte Herrmann
Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit
Konzert und Theater St.GallenMuseumstrasse 2CH-9004 St.Gallen

