40 Frauenmuseen aus aller Welt präsentieren sich erstmals gemeinsam: Vom 9. September bis 8. November läuft die Ausstellung "Frauenmuseen weltweit" im Frauenmuseum Bonn, 1981 als "Mutter" aller Frauenmuseen als erstes unter diesem Namen gegründet. Zum Auftakt gibt es zudem eine Konferenz des Netzwerkes "womeninmuseum" (9. bis 12. September).
In der Ausstellung stellen sich die rund 40 bisher bekannten Frauenmuseen von allen Kontinenten vor. Die meisten Häuser gibt es in den USA, doch auch in Mexiko und Argentinien. Afrika hat drei Frauenmuseen zu bieten: Mali, Sudan und Senegal. Erstaunlich ist, dass in Vietnam sogar zwei Frauenmuseen exstieren, beides staatliche Gründungen mit jeweils knapp 40 Angestellten. Die meisten Häuser haben wenige feste Stellen und viele Ehrenamtliche. Das Frauenmuseum im Sudan ist an die dortige Frauenuniversität angegliedert.
Die Vielfalt der Frauenmuseen zeigt sich auch in einer breiten Themenpalette. Viele haben den Schwerpunkt Geschichte, manche sind mehr ethnologisch oder archäologisch ausgerichtet. Einige sind reine Kunstmuseen wie in Amsterdam und Washington, andere kombinieren zeitgenössische Kunst mit historischen oder gesellschaftlichen Themen, wie es im Bonner Frauenmuseum seit fast 30 Jahren Tradition ist.
Neben den bestehenden Museen gibt es eine Reihe von Initiativen, die ein neues Museum gründen möchten und zwar auch in Ländern, die nicht unbedingt durch eine frauenfreundliche Politik glänzen wie der Iran oder Albanien.
"Idole - role models - Heldinnen" heißt der zweite Teil der Ausstellung, hier präsentieren die Museen eine oder mehrere Frauen ihres Landes, die als Vorbilder dienen können. Der Bogen reicht von der Flugpionierin Nancy-Bird Walton (Australien) über die Brigadistin der vietnamesischen Befreiungsarmee Nguyen Thi Dinh und die Flamencotänzerin Carmen Amaya aus Granada bis zu Gro Harlem Brundtland aus Norwegen, der ersten feministischen Ministerpräsidentin.
Das Frauenmuseum Bonn erinnert an die Frauen der Rosenstraße, die im Zweiten Weltkrieg eine Woche lang gegen die Deportation ihrer jüdischen Ehemänner demonstrierten.
Für die Unterbringung der Kolleginnen hat Marianne Pitzen zur Aktion Kunsthotel Dormitorium aufgerufen. So werden die 60 Hotelzimmer von 60 Künstlerinnen wie Ulrike Rosenbach, Hanne Horn, Christine Rühmann u.a. ausgestattet. ML- Moving Location e.V. stellt dem Frauenmuseum dafür das ehemalige Hotel Beethoven zur Verfügung. Gefördert werden Ausstellung und Konferenz unter anderem vom EU-Programm "Kultur", dem Ministerpräsidenten von NRW, dem Landschaftsverband Rheinland, der Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse Bonn, der Stadt Bonn und ihrer Gleichstellungsstelle.
Quelle: www.bonn.de
Infos: www.frauenmuseum.de

