Allein in diesem Jahr wurde der junge Cellist Julian Steckel mit mehreren großen Preisen für sein Können ausgezeichnet, darunter mit dem 1. Preis und dem Publikumspreis beim ARD-Musikwettbewerb sowie mit dem Oehms-Classics Sonderpreis.
Bei diesem Sinfoniekonzert im Wiesbadener Kurhaus wird er unter der Leitung von Axel Kober, dem GMD der Deutschen Oper am Rhein, das Solokonzert spielen. Das 1873 uraufgeführte erste Cellokonzert von Camille Saint-Saëns wurde einmal als ‚ein perfekt geschliffener Diamant‘ bezeichnet.
Die drei Sätze fließen in einem großen virtuosen ‚Satzdrama‘ ineinander und entfalten im Zusammenspiel von Solostimme und Orchester ein Maximum an Farben und Nuancen.
Wie der Franzose Camille Saint-Saëns, der sich selbst als ‚Klassizist im Geiste Mozarts und Haydns‘ bezeichnete und von seinen Kritiker-Feinden völlig zu unrecht als Vielschreiber ohne eigenen Stil tituliert wurde, bekam auch der Italiener Ottorino Respighi den Vorwurf zu hören, in seinen Sinfonischen Dichtungen nur die Errungenschaften von Franz Liszt oder Richard Strauss zu imitieren.
Dabei sind die Monumentalwerke Fontane di Roma und Pini di Roma eher von Maurice Ravels modernen Klangtechniken als von den Deutschen des 19. Jahrhunderts beeinflusst.
In ‚Fontane di Roma‘ (1916) wecken vier römische Brunnen zu verschiedenen Tageszeiten kontrastreiche Empfindungen und sogar Geschichten, wie z.B. beim ‚Tritonenbrunnen‘, wo sich mythologische Wasserwesen einem zügellosen Tanz hingeben.
Die Pinien von Rom (1923) markieren vier atmosphärisch unterschiedliche Schauplätze in Rom, u.a. die ‚Katakomben‘, das ‚Ianiculum‘ (wo partiturgemäß echter Nachtigallengesang von einer Schallplatte eingespielt wird) oder die ‚Via Appia‘ mit ihrem antiken Heereszug.
Der Konzertabend wird eingeleitet von Jörg Widmanns Konzertouvertüre ‚Con brio‘. Das Auftragswerk für das Bayerische Rundfunkorchester aus dem Jahr 2008 bezieht sich ausdrücklich auf Beethovens 7. und 8. Sinfonie.
Die sich soghaft steigernde Komposition setzt bei gleicher Besetzung den Beethoven‘schem Furor in eine eigene Klangsprache um. Jörg Widmann ist nicht nur ein mit den höchsten Kompositionspreisen gekürter Komponist, der zahlreiche Werke für Orchester, Musiktheater und Kammermusik geschrieben hat:
Gleichzeitig ist er auch ein international gastierender Konzert-Klarinettist und Kammermusikpartner. ‚Wer der Musik Jörg Widmanns zum ersten Mal begegnet, ist von ihrer Unmittelbarkeit und Intensität überrascht.‘ (Markus Klein)
Julian Steckel (Jahrgang 1982) begann im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel und studierte bei Ulrich Voss, Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje Weithaas.
Er ist Preisträger der großen Wettbewerbe von Paris, Berlin, Kronberg und wurde mit dem Preis des Verbier-Festivals und mit dem Borletti-Buitoni-Trust Fellowship Award in London ausgezeichnet.
Als Solist konzertierte er mit dem Orchestre de Paris, den Rundfunksinfonieorchestern Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Saarbrücken, Kopenhagen und Warschau, mit der Kremerata Baltica, dem Franz Liszt-Kammerorchester Budapest und den Züricher und Stuttgarter Kammerorchestern unter Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Christopher Hogwood, Heinrich Schiff, Andrey Boreyko, Yuri Simonov, Christian Arming, Michael Sanderling, Yoel Levi und John Storgards sowie auf zahlreichen Festivals.
Seine besondere Leidenschaft gilt der Kammermusik. Er spielt mit so renommierten Musikern wie Lars Vogt, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Isabelle Faust, Sarah Chang, Yuri Bashmet, Gustav Rivinius und Alexander Lonquich sowie mit dem Quatuor Ebène, dem Vogler Quartett, dem Guarneri Quartett und dem Talich Quartett.
Im April 2010 gab er sein Debüt in der Alice Tully Hall im Lincoln Center in New York. Seine Aufnahme aller Werke für Cello und Klavier von Mendelssohn Bartholdy für Avi-Music mit seinem ständigen Duo-Partner Paul Rivinius wurde von der Fachpresse einhellig als Referenzeinspielung gefeiert und international mehrfach ausgezeichnet. Julian Steckel ist Mitglied des Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado.
Das Hessische Staatsorchester wird dirigiert von Axel Kober, seit letzter Spielzeit Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. Erste Engagements führten ihn 1994 an das Staatstheater Schwerin, 1998-2003 ans Theater Dortmund und ab 2003 ans Nationaltheater Mannheim, wo er 2005/06 zum stellvertretenden GMD und ein Jahr später zum kommissarischen GMD ernannt wurde.
Von 2007 bis 2009 war er Musikdirektor der Oper Leipzig, die er mit Riccardo Chailly leitete. Sein Debüt im Großen Concert des Gewandhausorchesters gab er im Januar 2007, darauf folgten jährliche Einladungen in diese renommierte Konzertreihe.
Gastdirigate gab Kober auch an der Königliche Oper in Kopenhagen, an der Volksoper Wien, an der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Hamburg und beim NDR Sinfonieorchester Hambu
| Violoncello | Julian Steckel |
| Dirgent | Axel Kober |
Jörg Widmann (*1973)
Con brio. Konzertouvertüre für Orchester
Ottorino Respighi (1879-1936)
Fontane di Roma (Die Brunnen von Rom)
Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-moll op. 33
Ottorino Respighi
Pini di Roma (Die Pinien von Rom)
Mittwoch, den 26.01.2011, 20.00 Uhr
Kurhaus Wiesbaden, Friedrich-von-Thiersch-Saal
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Pressereferat
Christian-Zais-Str. 3
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner:
Andrea Bartsch
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de
Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de

